Murakami: Nachrichten aus dem Jenseits


Kultautor Haruki Murakami glaubt allein an die Vorstellungskraft und empfängt Nachrichten von der anderen Seite



Der japanische Kultautor Haruki Murakami („Wilde Schafsjagd“, „Noakos Lächeln“ etc.) gibt im Gespräch mit der ZEIT Einblick in sein Seelenleben: „Ich glaube nur an die Vorstellungskraft. Und daran, dass es nicht nur eine Realität gibt. Die wirkliche Welt und eine andere, irreale Welt bestehen zugleich, sie hängen ganz eng miteinander zusammen.“ Starke Konzentration mache es ihm selbst möglich, die Seiten zu wechseln, erklärte Murakami: „Ich kann kommen und gehen. Das passiert in meiner Literatur.“

Er bemühe sich um Unabhängigkeit, „möchte niemals an irgendetwas gebunden sein“, so der Japaner, der seit sieben Jahren den Großteil des Jahres in Honolulu lebt. Und er schätze Disziplin: „Aber nur dann, wenn sie zu völliger Unabhängigkeit führt. Deshalb gehören meine Protagonisten nie einer Gemeinschaft oder einer Firma an. Sie sind auf der Suche.“

Für seine Bücher recherchiere er nicht gern. „Das hemmt die Vorstellungskraft“, so der 65-Jährige, der zu den zehn meistverkauften Autoren der Gegenwart zählt: „Je stärker die Fantasie arbeitet, desto wahrhaftiger wird das Bild.“ Dennoch gibt Murakami zu: „Ein kleines bisschen gucke ich mir auch mal bei Wikipedia an.“

Haruki Murakamis neuer Roman „Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ erscheint in diesen Tagen.