Reiseberichte

Apulien

Das südöstliche Küstengebiet Italiens, mit normannischen Kathedralen und Stauferkastellen, lebhaften Küstenstädten und Trullidörfern und einer faszinierenden Geschichte....
Wir sind mit zwei Campern im bunten Frühling etwa eine Woche durch diese Region gebummelt

Es war geplant, unsere Reisefreunde am Nordrand des Promontorio del Gargano (dem „Stiefelsporn“) zu treffen. Daher eröffneten wir genau hier die Reihe der lohnenden Sehenswürdigkeiten dieses süditalienischen Landstrichs, und zwar mit dem Besuch der entzückend gelegenen kleinen Santa Maria di Monte d’Elio, einem romanischen Kirchlein zwischen Ölbäumen. Man hat einen herrlichen Rundblick, es ist absolut ruhig und man kann hier oder überall sonst zur Nacht stehen bleiben.

Das am östlichen Küstenstreifen gelegene Städtchen Vieste mit seinen verwinkelten Gassen und Treppen sowie der auf einer Landzunge im Meer stehenden San Francesco-Kirche lohnt ganz sicher einen Aufenthalt und einen Stadtbummel!

Monte San Angelo soll das älteste Pilgerstädtchen Europas sein: der riesige Parkplatz beweist, dass es auch einer der am lebhaftesten besuchten Orte ist. Hier sehen wir die „älteste Bronzetür“ Italiens. Etwas später durchfahren wir Manfredonia und kommen bei der Weiterfahrt Richtung Foggia an den leider abgeschlossenen Sehenswürdigkeiten Santa Maria und San Leonarde di Siponta vorbei.


In Lucera besuchen wir das gewaltige Kastell, das Friedrich II. auf dem Grund einer alten Burg der Normannen errichtete. Die Umrundung gestattet herrliche Ausblicke auf die Umgebung.

Bei der Weiterfahrt in südlicher Richtung taucht es plötzlich wie ein riesiger weißer Schmuckkasten auf dem grünen Hügel auf: das einzigartige „Castell del Monte“, als achteckiger Kubus, strahlend hell in der Sonne.
Wir ahnen, in welcher Pracht man damals in diesem Staufferschloß gelebt haben mag. Der Innenhof und die Räume – etwa die 8 trapezförmigen Säle im Erdgeschoß – wirken heute allerdings etwas kühl, wenn auch die besondere Struktur des Mauerwerks höchst bemerkenswert ist.


Zurück zur Küste! Das stimmungsvolle Hafenstädtchen Trani zieht uns sofort in seinen Bann. Wir bummeln um die kleine Hafenbucht, sehen – versteckt zwischen den Häusern – das Templer-Kirchlein d’Ognissanti und, direkt am Meer an der Piazza Duomo, die gewaltige Kathedrale San Nicola Pellegrino.

Über Molfetta, das sich ähnlich wie Trani um ein Hafenbecken gruppiert, kommen wir nach Bari, der Metropole Apuliens. Mit etwa 350.000 Einwohnern ist es eine pulsierende, wohlhabende und moderne Stadt. Wir konzentrieren uns allerdings auf die mittelalterliche Altstadt mit der Kathedrale San Sabino und der Basilika San Nicola. Sie hat eine interessante Fassade mit zwei antiken Säulen, das Hauptportal mit zwei Stieren, eine Ikonostase, grandiose Barockdecke und das Eliasgrabmal.

Der folgende Tag führt uns zunächst ein Stück an der Küste nach Süden und dann über die S172 nach Alberobello, der Stadt der Trulli. Trulli sind die runden, weißgestrichenen Häuser mit ihren kegelförmigen Dächern, gedeckt mit Kalksteinschindeln.
Da noch keine Saison ist, können wir gemächlich durch die Gassen bummeln. Die Souvenirläden und kleinen Kneipen sind schon geöffnet. Von dem ursprünglichen Leben scheint allerdings kaum mehr viel vorhanden zu sein.

Unser Weg nach Süden führt uns kurz vor der Küstenstraße noch nach Ostuni, das unserem Führer eine Besuchsempfehlung wert war.
Doch uns zieht es jetzt zurück ans Meer nach Brindisi, das die meisten nur als Übergangsstation und Fährhafen nach Griechenland oder in die Türkei kennen. Hier endet die Via Appia an einer Säule. Links am Hafenkai das mächtige Kastell, gegenüber vom Dom der Portikus der Templer und gleich daneben das Museum.

Mit der Einfahrt in die Stadt Lecce scheinen wir eine der wichtigsten Städte Apuliens zu erreichen. Wir haben Mühe, bei dem dichten Verkehr, den engen Straßen und den wenigen Parkgelegenheiten die Autos abstellen zu können. Doch dann können wir uns Zeit lassen und in aller Ruhe das Castell und mitten im Zentrum das freigelegte Amphitheater mit der Säule des Oronzo betrachten. Wir bewundern die prächtige, fast überladene Fassade von Santa Croce, die „Kirche Jesu“ mit ihrer bildreichen Vorderfront, den Dom, die Paläste....

Ein kurzer Zwischenstop 20 km weiter südlich in Galatina. Wir müssen uns die einzigartige Franziskanerkirche „Santa Caterina d’ Alessandria“ anschauen mit dem wundervollen Hauptportal.

Das nächste Ziel ist Otranto, jetzt wieder am Meer, und zwar an genau der Stelle, wo die Adria in das ionische Meer übergeht. Die Altstadt ist nahezu vollständig von einer Mauer umgeben. Die Kathedrale Santa Maria Annunziata birgt einen einmaligen Fußboden: es ist ein riesiges Mosaik, auf dem nahezu die gesamte biblische Geschichte enthalten ist.

Etwas versteckt finden wir dann die einzige byzantinische Kreuzkuppelkirche Apuliens, nämlich die Basilika San Pietro aus dem 10. Jahrhundert. Leider ist sie verschlossen....

An der äußersten Spitze des „Absatzes“ am Capo Santa Maria di Leuca (heller Kalkstein!) bleiben wir für die Nacht an einem herrlichen Platz direkt am Meer stehen.

Jetzt wieder in nördlicher Richtung auf kleinen Straßen an der Küste entlang nach Gallipoli, der Stadt auf der Halbinsel im Meer. Neben der Kathedrale St. Agata sind es die kleinen und völlig unberührten Häuschen und Gassen, die Fischer und Händler, die uns begeistern.

Tarent ist uns nicht freundlich gesinnt: es ist kalt und regnerisch, die Industriestadt scheint wenig einladend. Wir lassen sie im Dunst „links liegen“ und wollen uns die Basilikata und Kalabrien erobern....

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