Patriotismus als "Gegengift" zum Nationalismus?

Was ist denn der Unterschied?

Kommt darauf an, wer diesen Unterschied definiert und wessen Interessen er vertritt.

Patriotismus sollte nach dem Willen der heutigen Machthaber und Oligarchen (und damit auch des Staates) möglichst frei sein von jeglicher Liebe zur und Verehrung der Kulturnation als solche, die selbstverständlich die Pflege und Erhaltung der Muttersprache sowie kulturspezifischer Mentalität, Sitten, Werte und Traditionen beinhaltet.

Dir reine "Verehrung" von Staat und Verfassung als einer von vielen Staatsbürgern unterschiedlicher Kulturen kommt der von "Eliten" gewünschten und geforderten "Wahrheit" von "Patriotismus" hingegen ziemlich nahe, vor allem deshalb, weil sie ihnen nicht das Geschäft versaut.

"Nationalimus" ist keine "Erfindung" von Eliten, sondern ein Versuch zur Identitätsfindung der Unter- und Mittelschichten unterdrückter und ausgebeuteter Völker, die es leid waren, von "Obrigkeiten" aller Art (auch von den Kirchen)) regiert, beherrscht, ausgebeutet und klein gehalten zu werden. Diesen "Nationalismus" gab es bereits in Israel vor 2000 Jahren, und er hat den am "mare-noströsen" Globalismus orientierten Römern überhaupt nicht gepasst, wie er allen imperialistisch-ausbeuterischen Staaten auch in Zukunft nicht passen wird. Das ist der einzige Grund, den "Patriotismus" der Offenen Gesellschaft neu zu erfinden, um vermeintlichem "Nationalismus" damit den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Kultur aber ist in erster Linie Kommunikation um ein gemeinsames Welt- und Leitbild - und dazu bedarf es einer gemeinsamen Sprache und eines verbindlichen, aus gewachsenen Strukturen geformten kulturellen Codes.

Dass Araber und Juden ihren männlichen Nachwuchs beschneiden und eine verwandte Sprache sprechen und schreiben, reicht neben anderen Gemeinsamkeiten offenbar nicht aus. Warum sollte es dann ausgerechnet bei uns, die wir geistig und seelisch viel weiter entfernt von islamischer Kultur und islamischen Denken stehen, besser funktionieren als bei diesen Brudervölkern?

Ganz einfach: Weil es gut für`s Geschäft ist - und unbequeme Nationen und Identitäten aus dem Weg räumt.

Zivilisation eint ja die Menschen angeblich - während Kultur sie trennt. Man könnte auch sagen: Kultur macht sie individuell und verleiht ihnen Würde und Persönlichkeit.

Ein Big-Mac und einen Eimer Coke für alle!