PecuniaOlet

Israel EU-kritisch?

Ich habe mich aufgrund der Meldung "Kommission kritisiert einseitiges Israelbild in deutschen Schulbüchern" etwas näher mit der Sache befasst. Die Kommission ist Teil des "Georg Ecker Instituts" für internationale Schulbuchforschung. Neben der Deutsch-Israelischen Kommission existiert auch eine Deutsch-Polnische und eine Deutsch-Tschechische sowie viele andere Projekte, u.a. "Das "Pruzzenland" als gebrochene Erinnerungsregion". Eine Deutsch-Russische Kommission existiert indes nicht. Entgegen meiner ersten Einschätzung sind diese Projekte sicherlich "gut gemeint", aber irgendwie "Typisch EU"-verdächtig. Bisweilen habe ich den Eindruck, dass diese ganze "Erinnerungskultur" völlig kontraproduktiv wirkt, im negativen Sinne extrem konservativen Geistes ist, und zumindest die jungen Leute in Israel daran gar kein Interesse haben. Ob das nun "EU-typisch" sein mag oder anderweitig motiviert. Es erreicht meiner Meinung nach das Gegenteil von dem, was es erreichen will. Auch Israel ist anscheinend EU-kritisch - Die "Nation" hat dort nichts "Anrüchiges":

"Israel ist assoziiertes Mitglied der EU, die Handelsbeziehungen sind auf hohem Niveau, der technologische, Forschungs- und militärische Austausch zeugt von großer Nähe, doch der ungelöste israelisch-palästinensische Konflikt, die Zweistaatenfrage und die Siedlungspolitik bremsen immer wieder die weitere Annäherung. Israel ist die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten, ein „Vorposten“ europäischer Zivilisation in einem turbulenten und bedrohlichen Umfeld, doch vieles ist so komplett anders als in den Mitgliedsstaaten der EU, dass immer wieder gegenseitige Frustrationen entstehen:

Israel sieht die EU als Appeasement-Akteur, der nicht den Ernst der globalen Sicherheitslage erkannt habe. Israel hat eine auf die Nation hin orientierte Politik, die EU-Staaten entwickeln sich postnational. In Israel spielt die Religion eine entscheidende Rolle in der Politik, der Staat selbst definiert sich als „jüdisch“, die EU weist weit von sich, ein „christlicher Klub“ zu sein und wird immer säkularer. Die EU-Gesellschaften werden immer „israelkritischer“, der Antisemitismus nimmt zu (allerdings je nach Mitgliedsstaat in unterschiedlicher Intensität), während in Israel sich ein Unterschied auftut zwischen der Beurteilung einzelner Staaten (sehr positives Deutschlandbild!) und der EU, die eher kritisch gesehen wird."

http://www.kas.de/wf/de/33.40821/