Facebook denkt, ich bin eine Terroristin

Der Mädchenname Isis wird häufiger vergeben. Was das für Probleme mit sich bringen kann, musste nun eine junge Frau aus Kalifornien erfahren.


Isis Anchalee Wenger: erst beim dritten Anlauf wieder Zugriff auf ihr KontoZur Großansicht

Isis Wenger/ Medium.com

Isis Anchalee Wenger: erst beim dritten Anlauf wieder Zugriff auf ihr Konto

Facebook hat einer Nutzerin das Profil gesperrt, offenbar weil ihr Vorname Isis lautet. "Facebook denkt, ich bin eine Terroristin, und hat meinen Account gesperrt", schreibt Isis Anchalee Wenger bei Twitter. Beim Versuch, sich bei Facebook anzumelden, wurde sie mit den Worten begrüßt: "Dein Account wurde gesperrt." Für weitere Fragen wurde sie an die FAQ-Abteilung verwiesen.

Doch selbst, als sie ein Foto ihres Personalausweises nach Kalifornien schickte, blieb ihr der Zugriff auf ihr Konto zunächst verwehrt. Dabei ist das der einzige Weg, den das Unternehmen für seine strengen Identitätsprüfungen akzeptiert. Nach eigenen Angaben wurde erst beim dritten Nachweis ihrer Identität das Konto wieder freigeschaltet.

Nachdem ihr Tweet inzwischen mehr als 2000 Mal retweetet wurde, hat sich auch Facebook bei ihr entschuldigt, schreibt der Guardian. Omid Farivar, ein Mitarbeiter aus der Forschungsabteilung, habe sie inzwischen um Verzeihung gebeten und mitgeteilt, man arbeite an einer Lösung.

Wenger, die im Netz ihren mittleren Namen Anchalee als Nachnamen bevorzugt, war übrigens bereits vorher schon vielen bekannt: Erst im August hatte die Ingenieurin unter dem Hashtag #ILookLikeAnEngineereine viel beachtete Kampagne gegen Sexismus in der Technologiebranchegestartet. Tausende Frauen haben sich daran beteiligt.

Dass sie auch mit ihrem Namensproblem nicht allein ist, beweist eine mittlerweile geschlossene Onlinepetition. 56.843 Menschen fordern darin, dass Medien aufhören sollen, die Terrororganisation mit ihrem Vornamen zu betiteln. Ins Leben gerufen wurde sie von einer Frau aus Florida. Sie hört auf den Namen Isis Martinez. Sie hat damit den gleichen Vornamen wie die ägyptische Göttin der Geburt und Wiedergeburt - und viele andere Frauen: Der Blogger David Taylor hat 2014 aufgezeigt, dass sich der mythologische Name seit einiger Zeit wieder größerer Beliebtheit erfreut. Ein Blick in die Namensdatenbank der US-Sozialversicherungsbehörde bestätigt das.