Reisebericht

Andalusien / Coto de Donana

Andalusien ist die südlichste Provinz Spaniens und etwas größer als Österreich. Die Region hat ein besucherfreundliches Klima mit milden Wintern und heißen Sommern. 3000 Sonnenscheinstunden pro Jahr locken viele Strandurlauber an die südliche Mittelmeerküste oder an den Südatlantik, der ebenfalls Teile Andalusiens umspült. Wer sich für Kultur, interessiert findet ein breites Angebot. Berühmte Städte wie Sevilla, Granada und Ronda mit ihren großartigen Bauwerken sind ebenso einen Besuch wert, wie die Berglandschaft und die naturbelassenen Strände an der Atlantikküste.

Weltnaturerbe Coto de Donana

Der Nationalpark wurde wegen seiner Vielfalt an Vogelarten von der UNESCO im Jahr 1994 in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Hauptgrund war das intakte Ökosystem, das unzähligen Vögeln ein ausgedehntes Rückzugsystem bietet. Insgesamt können in der Region 360 verschiedene Vogelarten beobachtet werden, von denen mehr als 150 hier auch brüten. Eine besondere Bedeutung hat die Landschaft dabei für Zugvögel, die von Europa nach Afrika ziehen und hier eine letzte Rast einlegen. In den Monaten Januar und Februar halten sich mehr als 600.000 Wasservögel in der Region auf. Neben der Vielzahl an Vögeln findet man im Nationalpark aber auch jede Menge Rotwild, Wildschweine, Schildkröten, Otter und auch den seltenen Pardelluchs.




Der Nationalpark ist über 50000 Hektar groß und besteht aus verschiedenen Landschaftsformen. Am Meer liegt ein dreißig Kilometer langer Strand, hinter dem sich riesige Wanderdünen erstrecken. Die Dünen wandern Jahr für Jahr ca. fünf Meter und verschlingen dabei jede Vegetation, die sich ihnen in den Weg stellt. An die Dünen grenzt ein Waldstreifen, der für seinen Wildreichtum bekannt ist. Den größten Teil des Nationalparks nimmt jedoch das Marschland ein. Vom Herbst bis zum Frühjahr ist das Marschland überflutet und von der Außenwelt komplett abgeschnitten. So wird es zur Insel für die Zugvögel, die sich in der Marsch ungestört ausruhen können. Im Sommer trocknet das Marschland aus. An den wenigen verbliebenen Wasserstellen können dann Tausende Flamingos beobachtet werden, die zu den wichtigsten Vogelarten des Nationalparks gehören.



Die Besucherzentren



Die Coto de Donana ist in mehrere Teile gegliedert. Zum einen gibt es einen äußeren Bereich, der für Besucher frei zugänglich ist. Hier wurden mehrere Besucherzentren errichtet, an denen man sich über den Nationalpark informieren kann. Dazu gehört auch der Acebron-Palast in der Nähe der Ortschaft El Rocio, der als Wallfahrtsort in ganz Spanien bekannt ist. Der ehemalige Sitz eines Großgrundbesitzers liegt inmitten einer malerischen Parklandschaft. Ein etwa 1,5 Kilometer langer Rundweg führt von hier aus zu Teichen und Wäldern, in denen man die Vegetation des Parks gut beobachten kann. In der Nähe wurden zudem Beobachtungshütten errichtet, von denen aus sich die einzigartige Vogelwelt studieren lässt.



Beim Anlegen der Wege, Stege und Hütten hat sich die Nationalparkverwaltung viel Mühe gegeben. Holzbrücken und gut ausgebaute Stege führen über die Sumpfgebiete, und auf Waldlichtungen wurden kleine Picknickplätze errichtet. Zudem ist der Besuch der öffentlich zugänglichen Teile des Parks kostenfrei. Jeder Naturfreund soll die Möglichkeit haben, sich über die Tier- und Pflanzenwelt der Weltnaturerbestätte Coto de Donana informieren zu können. Ein weiteres wichtiges Informationszentrum liegt fünf Kilometer weiter in Richtung Küste. In El Acebuche hat auch die Nationalparkverwaltung ihren Sitz. Wie bei den anderen Besucherzentren gibt es auch hier einen Lehrpfad, der Einblicke in das Ökosystem vermittelt.



Im Inneren des Nationalparks


Der Kernbereich des Parks darf nicht betreten werden. Die einzige Ausnahme bietet eine Fahrt mit einem Geländebus. Organisierte Touren beginnen am Informationszentrum El Acebuche. Allerdings ist die Zahl der Ausflüge begrenzt, da die Natur nicht durch zu viele Gäste Schaden nehmen soll. Wegen des großen Andrangs ist eine rechtzeitige Reservierung unbedingt nötig. Die Fahrt durch das Herz des Nationalparks ist ein einzigartiges Erlebnis. Zunächst fährt der Geländebus den einsamen Strand entlang. Kilometer um Kilometer führt die Tour immer direkt am Wasser entlang. Wo der Sand von der Gischt feucht ist, ist er härter und leichter zu befahren. Auf dem insgesamt über 30 Kilometer langem Strandabschnitt findet man nur vereinzelt Wanderer oder Muschelsammler. Ansonsten ist er völlig naturbelassen.



Gleiches gilt für das Dünengebiet, das direkt an den Strand grenzt. Vor dem Geländebus türmt sich Sandberg um Sandberg auf. Eine Szenerie, die eher an die Sahara erinnert, als an die Südspitze Europas. Hier kann man auch gut beobachten, wie sich die Dünen bewegen. Kleine Oasen sind bereits halb verschüttet. Dafür beginnt an anderer Stelle in einer Dünensenke neues Leben zu wachsen.




Ausflüge in der Umgebung



Anschließend führt die Tour durch den angrenzenden Wald zum Marschland. Im Hochsommer ist das ganze Gebiet vollkommen ausgetrocknet. Im Spätherbst, Winter und Frühjahr hingegen ist es komplett überschwemmt. Je nach Jahreszeit nimmt die Marsch eine andere Grundfarbe an. Im Winter wird das feuchte Land blaue Marsch genannt, im Frühjahr ist die Grundfarbe grün, im Sommer wegen des ausgetrockneten Lehmbodens gelb und im Herbst grau, da sich wieder die ersten Schlammzonen bilden. Während des Ausflugs durch das riesige Gebiet sieht man zahllose Vögel und Wild. Besonders beeindruckend ist jedoch die Weite der völlig intakten Naturlandschaft. Die Geländetouren dauern einen halben Tag, was gerade ausreicht um einen Überblick über die verschiedenen Landschaftsformen zu gewinnen.

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