Hamburg-Wahl: Die AfD schafft es nicht im liberalen Spektrum zu punkten.

(Hamburg). Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg hat die AfD nur knapp den Einzug in das Landesparlament geschafft. Die FDP konnte Ihren Abwärtstrend offenbar stoppen. Hier zeigt sich auch ein zentrales Problem der Alternative für Deutschland. Sie schafft es offenbar nicht, bei einer traditionell eher liberalen Wählerschaft in Großstädten zu punkten. Unter dem Motto „Ran an die Wirklichkeit“ muss die AfD erkennen, dass es eben nicht ausreicht enttäuschte „ Zukunftsverweigerer“ anzusprechen. Es reicht auch nicht aus, auf die klassischen konservativen Themen wie „innere Sicherheit" zu setzen. Auch das sogenannte "traditionelle Familienbild“ entspricht keinesfalls der Lebenswirklichkeit vieler Großstädter. Der liberale Flügel der AfD fordert bekanntlich auch, dass sich die Partei in zahlreichen gesellschaftlichen Fragen modernisieren muss. Gerade hier hat sich die Hamburger AfD und ihr Spitzenmann Jörn Kruse im Wahlkampf eher widersprüchlich präsentiert, indem nicht klar wurde ob die Partei beispielsweise im Internet gegen das homosexuelle Filmfest polemisiert hat.  Dieser etwas „muffig“ wirkende AfD-Wahlkampf stand in krassem Gegensatz zu den eher liberalen, bunten Milieus in den Großstädten: Und genau dort schneidet die AfD seit der letzten Bundestagswahl unterdurchschnittlich ab. Möchte die AfD langfristig eine bundesweit wahrnehmbare Größe werden, muss sie den Spagat zwischen Liberalismus und Konservativismus deutlicher skizzieren.