ZENSUR IN DEN MEDIEN



Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten .


Johann Nepomuk Nestroy war einer der bedeutendsten Dramatiker und Satiriker
Österreichs. In seinen Stücken übte er stets auch Kritik an den gesellschaftlichen
Missständen seiner Zeit. Nicht nur die Wiener zählten ihn zu den beliebtesten Volks-
schauspielern. Durch seine phantastischen Aufführungen schaffte er es nicht selten,
die Dimension der Widersprüche gesellschaftlicher Wertesysteme geschickt zu ent-
hüllen.

Mit seiner Aussage: “Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, dass sie
nur verdummte Sklaven, aber keine freien Völker regieren können”, machte er auf die
Abhängigkeit der Macht kleiner selbsternannter Eliten von der Unwissenheit der nur
scheinbar untergebenen Bevölkerungskreise über die tatsächlichen Zusammenhänge
aufmerksam.

Nur wenn Menschen nicht in der Lage sind die Zusammenhänge zu begreifen, las-
sen sie sich unrechtmäßig unterwerfen. Es ist in einer Demokratie keiner Regierung
möglich mit Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, breite Bevölkerungskreise systematisch
zu Gunsten mächtiger Lobbys zu berauben, in dem sie mit Vertragswerken und Ge-
setzgebungsverfahren den Anspruch von Minderheiten auf die Früchte der Lebens-
leistung schwer arbeitender Menschen begründet. Sklaverei und Feudalismus müssen
in den Köpfen der Menschen als abgeschafft gelten, damit sie weiter praktiziert wer-
den können, da das offenkundige Praktizieren zum Widerstand führt und nur dieser
Widerstand aufgeklärter Mehrheiten das Potential hat, bestehende Machtstruktu-
ren zu gefährden. Schafft man es, einen Mangel an Aufklärung zu generieren und
die öffentliche Meinung, größtenteils auf unbewusster und emotionaler Ebene, zu
manipulieren schafft man sich die Freiheit die Illusion einer Demokratie aufrecht zu
erhalten bis alle hinderlichen Bürger-, Grund,- und Menschenrechte beseitigt sind.
Der “Pöbel” soll währenddessen die Schuldigen ausschließlich in den eigenen Kreisen
suchen.

Menschen die sich Ihrer Rechte nicht bewusst sind und die die unbedingte Erforder-
lichkeit der Anwendung dieser Rechte zum Erhalt der eigenen Freiheit und Sicherheit
nicht erkennen, werden von diesen Rechten keinen Gebrauch machen. Menschen die
sich nicht darüber im klaren sind, dass Regierungen nicht zuletzt in Anbetracht des
gegenwärtigen Ausmaßes der Verwerfungen im Finanzsektor und somit auch allen
anderen wirtschaftlichen Sektoren nur die gegenwärtige und zukünftige Leistung und
Sicherheit der Bürger verpfänden kann, wird sich eher an die Hoffnung klammern,
dass es “schon irgendwie gehen wird” und “die da oben” das schon regeln. Er wird
die Meinung vertreten, dass das alles zu komplex für den durchschnittlichen Bürger
ist. Es ist ihm zu unbequem sich damit zu befassen und er ist auch kein Politiker,
sodass er davon ausgeht es habe alles nichts mit ihm zu tun und er könne auch nichts
ändern, da er ja alleine ist.

Wäre es den Medien erlaubt unverzerrte Wahrheiten zu offenbaren, wäre es nicht
möglich die zwangsläufigen Folgen der Konstruktion unseres Geldsystems zu verber-
gen und die aktive Mitgestaltung unserer Systeme durch die betroffenen Bürger und
deren Kinder und Kindeskinder zu verhindern. Es werden für alles “Experten” be-
nötigt, die immer und als einzige wissen was in unserer Demokratie für alle die beste
Lösung ist. Wir leben in einer Zeit, in der man die tollen, verantwortungsbewussten
und ach so hoch gebildeten Akademiker der Reihe nach fragen kann, welcher tol-
le Vertrag zum EM-Abschlussspiel von Deutschland in ihrem Namen abgeschlossen
wurde, was der ungefähre Inhalt dieses Vertrages, mit seinem lächerlichen Umfang
von lediglich 63 Seiten, ist und was dies für ihre und die Zukunft ihrer Kinder be-
deutet. Es ist wahrscheinlicher, dass eine beliebige Putzfrau die richtige Antwort
weiß, als dass der erstbeste Student überhaupt eine Antwort auf die Frage geben
kann was ESM überhaupt heißt.

Ein sehr bekannter deutscher Dichter sagte einst: “Zensur und Preßfreiheit werden
immerfort miteinander kämpfen. Zensur fordert und übt der Mächtige, Preßfreiheit
verlangt der Mindere. Jener will weder in seinen Planen noch seiner Tätigkeit durch
vorlautes, widersprechendes Wesen gehindert, sondern gehorcht sein; dieser möchte
seine Gründe aussprechen, den Ungehorsam zu legitimieren. Dieses wird man überall
geltend finden.”. Wenn daher die “Minderen” in ihrer Überzahl, durch Lücken in der Zensur
vom tatsächlichen Ausmaß der Zensur wüssten, würde dies voraussetzen,
dass ihnen der Kontrast zwischen Berichterstattung und realen Zusammenhängen
bewusst wäre. Ist ihnen jedoch wiederum durch Zensur die Erkenntnis des Ausmaßes
dieses Kontrastes verwährt geblieben, da Sie die tatsächlichen Zusammenhänge und
deren Bedeutung nicht kennen, können sie keine Motivation entwickeln die Pres-
sefreiheit zu fordern. Es handelt sich somit um eine rekursive Funktion. Es kann
ihnen auch nicht bewusst werden, dass ohne freie Presse keine Demokratie, somit
keine Freiheit und kein Anspruch auf Sicherheit existieren kann und warum. So ist
unbestreitbar, dass die “Mächtigen” ohne Zensur keine Macht hätten, da die “Minde-
ren” sonst ihren Ungehorsam kollektiv rechtfertigen könnten und dass die zwingende
Erforderlichkeit der Anwendung von Zensur die Voraussetzung für ein unwissendes
kontrollierbares Volk ist und bleibt.

Die permanente Anwendung der Zensur beweist, dass diese zum Machterhalt der
selbsternannten Eliten erforderlich ist, weil man aufgeklärte und somit freie Völker
nicht unterdrücken kann. Wenn Menschen nicht wissen, dass Sie durch kriminelle
Machenschaften geschädigt werden, werden sie sich nicht wehren. Beispielsweise wä-
re die gegenwärtige Politik unmöglich zu rechtfertigen, weil ein aufgeklärtes Volk
die Gründe und das Ziel dieser Politik erkennen würde. Mit Mitteln wie kollektiven
Streiks, Demonstrationen würden die Menschen mit dem Gebrauch ihrer Rechte die
Politik in die Schranken weisen. Ebenfalls durch das Mittel der Zensur, wird je-
doch dem Volk die Zensur und deren Ausmaß an sich nicht bewusst. Das Gegenteil
von Zensur wäre Aufklärung. Wer aufgeklärt ist, ist nicht dumm und weiß seinen
Ungehorsam, auch vor seinen Mitmenschen, zu rechtfertigen. So wird er wohl aus
gesundem Egoismus, dem Verantwortungsgefühl gegenüber seiner Kinder, i. V. m.
Geneinwohlinteresse die Aufklärung seiner Mitmenschen fördern, die wenn eine be-
stimmte Zahl überschritten ist nur noch schwer kontrollierbar sind. Der Ausbau des
“Überwachungsstaates” drängt immer mehr und mehr Terrorismus wird von den
Mächtigen gebraucht wie nie zuvor, um Krieg und die allgemeine Akzeptanz der
eiligen Beschneidung von Bürgerrechten zu fördern.