EEG-Reform: Bürokratiemonster bremst Energiewende aus +++



Zu dem heute dem Bundestag vorgelegten Gesetzentwurf zur Neufassung des Erneuerbaren Energiengesetzes (EEG) der Bundesregierung nimmt Bernd Schreiner, Themenbeauftragter der Piratenpartei für Umweltpolitik, wie folgt Stellung:

»In dem über 300 Seiten starken Bürokratiemonster wird bereits in den ersten drei Paragraphen deutlich, dass das eigentliche Ziel der Initiative eine Vernebelungsaktion ist. So wird als Grund für die Reform des EEG angegeben, man wolle, dass bis 2050 mindestens 80 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Weshalb jedoch dann schon im Paragraph 3 auf den weiteren Ausbau der im Vergleich zu anderen Formen der generativen Energiegewinnung deutlich teureren Offshore-Windkraft - also den Bau von Windkraftanlagen im Meer - gesetzt wird, bleibt das Geheimnis der Bundesregierung.

Auch wenn mit den Windparks auf See ein technisch durchaus anspruchsvoller Industriebereich geschaffen wurde, der viele Arbeitsplätze sichert, ist diese Form der Energiegewinnung unter Berücksichtigung aller gesellschaftlichen Kosten fast doppelt so teuer wie die Stromerzeugung mit Windkraftanlagen an Land oder durch Photovoltaik. Noch mehr: Offshore-Windkraft ist sogar teurer als die Stromerzeugung mit Braun- und Steinkohle oder durch Atomkraftwerke. Zudem sind viele Probleme noch ungelöst.

Statt weiter in Offshore-Windenergie zu investieren, erscheint es uns wesentlich sinnvoller und lukrativer, stärker auf Windenergie an Land zu setzen. So zeigen Studien [1] ganz klar, dass gerade der dezentrale Ausbau von Windkraft in ganz Deutschland – also auch in den südlichen Bundesländern, wo weniger Wind weht – deutlich günstiger und sicherer ist. Auch werden dadurch die immensen Investitionen in den Netzausbau im Zaum gehalten, die letztendlich dem Stromkunden über die Netzentgelte zwangsweise aufgebürdet werden!

Bleibt die Frage, wem diese Konzentration auf Offshore-Windkraftanlagen wirklich zugute kommt: Mit der Neufassung des EEGs werden vor allem die Umsätze der großen Energiekonzerne, die die Neuausrichtung ihrer Geschäftsfelder verschlafen haben, über Jahrzehnte zu unser aller Lasten abgesichert. Energiepolitik wird also wieder mal einseitig von Konzerninteressen geleitet.«


Quellen:
[1] http://www.agora-energiewende.de/fileadmin/downloads/publikationen/Agora_Studie_Kostenoptimaler_EE-Ausbau_Zwischenergebnisse_web.pdf "Insbesondere die Verlagerung des Ausbaus von Windkraftanlagen auf dem Meer hin zu Windkraftanlagen an Land spart Kosten"