Der Mensch als Zweck und Diener der Ökonomie

Das gesamte Wissen der Welt war noch nie komplexer als heutzutage.

Es gibt wohl keinen Menschen, der den Gesamtüberblick hätte. Auch nicht in wirtschaftlicher

Hinsicht.

Politiker müssen sich auf ihre “Berater” verlassen. Wer gestern noch Familienminister war,

kann morgen schon Verteidigungsminister sein und mit rosa Kleidchen gestandenen

Generälen Anweisungen erteilen.

Ökonomie gleicht mehr einer Religion als einer Wissenschaft und moderne “Scholastiker”

versuchen sie mit der Naturwissenschaft in Einklang zu bringen. Während der Ausbildung

müssen wir uns viel unnötiges, totes Wissen aneignen, uns zunehmend spezialisieren und

fachspezifisch fortbilden, was einer polyglotten und generalistischen Sichtweise der Dinge im

Wege steht.

Humanistische Bildung im eigentlichen Sinne ist weder gefragt noch erwünscht, da sie keinen

unmittelbaren mit ökonomischen Parametern zu messenden Nutzen bringt. Der Mensch an

sich, seine Aufgabe in der Welt und im sozialen Miteinander tritt nicht nur in den

Hintergrund, sondern weicht der zunehmenden Ökonomisierung unserer Lebensverhältnisse.

Der Mensch wird zum Konsumenten und Produzenten reduziert. Zwar kann man einerseits nach einer Formel

exakt den ökonomischen Wert berechnen, der dem Kauf einer Kugel Eis entspricht, weiß andererseits

aber nicht, wie der Nachbar hieß, der vergangene Woche verstarb.

Manch junge Leute “daddeln” auf dem Handy herum während sie sich unterhalten und

meinen, der römische Kriegsgott heiße “Snickers” und die SPD sei eine

Eishockeymannschaft.

Ich glaube, dass bei weitem nicht alle Politiker Verräter sind, sondern häufig auch

Unwissende, die dies weder sich selbst noch anderen eingestehen können und daher nur zu

gerne glauben, was ihnen von “Beratern” und anderen Verführern eingeflüstert wir.

Je komplexer die Welt desto unbeherrschbarer und unregierbarer wird sie.

Die Herausforderung der Zukunft wird sein, Mensch und Natur wieder in den Mittelpunkt zu

stellen und die Ökonomie als Dienerin des Menschen zu sehen und nicht umgekehrt.

“Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen.”

So ist es auch mit der Ökonomie.

Wir müssen die Pharisäer dieser neuen Weltreligion in die Schranken weisen. Notfalls mit einem Opfer.

Ansonsten wird ein Krieg wohl unausweichlich.