MemorialDay

Und einmal mehr ein Hinweis auf die USA, die dortige Militärverehrung und wie das propagiert und zelebriert wird. Übermorgen ist nämlich “Memorial Day” – “zu Ehren der im Krieg für das Vaterland Gefallenen” (Wikipedia”. Die Amis tun heute schon das, was von ihnen erwartet wird (auch Bekannte von mir z.B. auf Facebook). Dort werden entsprechende Lobgesänge gepostet, natürlich Flaggen über Flaggen, und selbstverständlich verteidigen amerikanische Soldaten die Freiheit des “Home of the Brave”. Das ist alles keineswegs eine Randerscheinung – es ist gelebte Tradition. Das Militär wird nicht hinterfragt. Die Gefallenen in Vietnam waren z.B. auch schlicht “heroes” – da kommt überhaupt kein Zweifel auf, und wer den äußert, sieht sich sozialer Ausgrenzung ausgesetzt. Das ist absolut nicht ironisch gemeint, sondern bitterer Ernst.

Das imperiale System beruht auf dieser Propaganda. Es wird nur überdauern, so lange die Mehrheit glaubt, die unbegründeten Angriffskriege, die ganze Regionen in Schutt und Asche legen und auf Jahrzehnte destabilisieren, seien gerechtfertigt – und God bless America. Würden hier Zweifel aufkommen, die Kriegspolitik und die Kriegstreiberei der Medien auf starke Kritik stoßen, wäre es mit der vermeintlichen Demokratie und Freiheit ganz schnell vorbei, denn ohne Akzeptanz wäre der “American Way”, der selbst großen Teilen der Unterschicht ermöglicht, monatelang die Klimaanlage auf Hochtouren laufen zu lassen, damit man ja nicht mal ein bisschen schwitzen muss, nicht länger aufrecht zu erhalten. Das gehört nämlich alles zusammen. Die vermeintliche, relative und von vielen gefühlte Freiheit schafft Akzeptanz. Die Akzeptanz ermöglicht die Kriege. Die Kriege ermöglichen den Lebensstandard. Der Lebensstandard ermöglicht die Akzeptanz. Und so lange es die Akzeptanz gibt, muss die Freiheit nicht vollständig abgeschafft werden. Und so lange es noch gefühlte Freiheit gibt, kann man immer argumentieren, dass man anderen Ländern überlegen sei – ob das nun stimmt oder nicht, ist egal, es muss nur geglaubt werden. Und das stärkt wiederum die Akzeptanz des Systems, das Schwächen haben mag, wie jeder weiß, das aber, wie fast jeder glaubt, immer noch viel besser ist als alle anderen Systeme. Und das Militär verteidigt eben diese Freiheit – weshalb es eine große Akzeptanz genießt. Ein in sich geschlossenes System, das aber irgendwann zerbrechen muss. Momentan sind wir, glaube ich, nicht mehr weit davon entfernt, weshalb wir gerade das letzte Aufbäumen erleben – das ist brandgefährlich, weil die Kriege, die jetzt noch auf dem Plan stehen, gegen China und Russland, alles bisherige harmlos erscheinen lassen könnten..-.

Also verfolgt diesen Tag am Montag, das wird ein erneutes Lehrstück über die USA. Ich werde, falls ich dazu komme, am dann einige Beispiele zeigen, was ganz normale Amis an diesem Tag so bei Facebook posten.
Einen Vorgeschmack bekommt ihr hier:

https://www.facebook.com/MemorialDay