Eine einmal gewonnene Überzeugung

gibt man für gewöhnlich nur ungern wieder her und verteidigt sie verbissen gegen alle Angriffe von außen. Selbst eigene Zweifel lässt man erst gar nicht an die Oberfläche des Bewusstseins, und wenn, dann findet man meist sehr schnell Argumente, um diese Zweifel schnellstmöglich zu zerstreuen.

Es ist ein wenig verwandt mit der ersten großen Liebe, in die man Hoffnungen und Erwartungen setzt, einen Menschen nach seinem Bilde konstruierend und idealisierend, die diesen Menschen nicht selten völlig überfordern, eben weil er im Grunde ein ganz anderer ist, als es der entsprechenden Projektion entspricht. Das wird mitunter bis zur Lächerlichkeit und völligen Selbstaufgabe getrieben,und wenn wohlmeinende Freunde und Familie darauf aufmerksam machen, erfolgt nicht selten eine so heftige wie wütende Reaktion, begleitet von Vorwürfen des Unverständnisses oder sogar der Missgunst oder Eifersucht. Meist bedarf es einer richtig herben Enttäuschung, um wieder auf den Boden der Realität zurückzukehren. Dann ist in nicht wenigen Fällen "die Luft raus" - und manche Freunde verschwunden.

Ähnlich verhält es sich bei Parteien und Bewegungen, in die man innerhalb eines Systems alle politischen Hoffnungen setzt und Arbeit, Zeit und Herzblut investiert.

Ich warne bezüglich der AfD und Pegida vor politischem Liebeskummer und Enttäuschung.

Manch ehemalige "Grüne" und Piraten (aber auch "Linke") können möglicherweise ein Lied davon singen.