Aktionsaufruf für Saatgutsouveränität

Aktionsaufruf für Saatgutsouveränität  - weltweit

www.saatgutkampagne.org

Die transnationalen Konzerne des Saatgut- und Agrobusiness versuchen seit Jahren das Saatgut und die gesamte Lebensmittelversorgung zu kontrollieren. Das bedroht Kleinbäuer_innen auf der ganzen Welt und letztlich uns alle.

Die Kampagne für Saatgut-Souveränität ruft zu Aktionen gegen die Saatgutindustrie auf!

Wir brauchen Saatgut-Souveränität als Grundlage für Ernährungssouveränität, nicht die Dominanz der Konzerne!

Eine neue Schweizer Studie zeigt, dass Monsanto intellektuelle Eigentumsrechte u.a. über 62 % aller registrierten „konventionellen“ Tomatensorten und 71 % aller Kohlsorten in Europa besitzt. Die zehn größten Saatgutkonzerne2 kontrollieren 73 % des globalen Saatgutmarktes, die drei Größten kontrollieren die Hälfte des Marktes (Zahlen von 2009). Dieselben Konzerne treiben auch die Entwicklung von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) voran und versuchen trotz des massiven Widerstandes der Bevölkerung dieses gefährliche Saatgut einzuführen und Bäuer_innen nicht nur von ihrem patentierten Saatgut abhängig zu machen, sondern auch von ihren Chemie-Produkten.

Diese Konzerne fördern ein Model hochindustrialisierter Landwirtschaft, das viel Input benötigt und auf Monokulturen beruht. Es garantiert ihnen hohe Profite, gleichzeitig zerstört es Ökosysteme und soziale Beziehungen und trägt zum Klimawandel bei.

Die Saatgut- und Agroindustrie ist eng verbunden mit der Erdöl-Industrie und bildet mächtige Interessengruppen, die engen Kontakt zu den politisch Mächtigen pflegen. Auf nationaler und internationaler Ebene nutzen die wichtigsten Saatgutfirmen ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss um neue Gesetze durchzubringen, die ihren Interessen dienen. Demnächst wird z.B. die Vorlage eines einheitlichen europäischen Saatgut-Gesetzes erwartet. Die Konzerne räumen die Konkurrenz der kleinen Betriebe aus dem Weg, indem sie diese aufkaufen, sie monopolisieren den Markt und kriminalisieren Bäuer_innen, indem sie sie immer wieder vor Gericht zerren.

In vielen Ländern kämpfen Saatgutaktivist_innen dafür, lokal angepasstes und vielfältiges Saatgut zu erhalten, das frei von Eigentumsrechten ist, und gegen GVO auf unseren Feldern und Tellern. Diese vielen verschiedenen Formen des Engagements und der Aktionen, wie etwa Erhaltung und Tausch von lokalem und kollektivem Saatgut, politische Kampagnen, Selbstverteidigung gegen Gentechnikfelder, sind alles Schritte auf dem Weg zu Saatgut- und Ernährungssouveränität.

Wir fordern:

  • freien Zugang zu fruchtbaren und diversen Samen ohne jede Form von Eigentumsrechten oder Patenten;

  • das Recht der Bäuer_innen und Gärtner_innen Saatgut aus eigener Ernte aufzubewahren, auszusäen, zu verteilen und zu verkaufen;

  • ein neues Landwirtschaftsmodell, das sich auf lokale, kleinstrukturierte Produktionsnetze stützt statt auf Monokulturen, die hohen Input benötigen;

  • neue Landwirtschafts- und Handelspolitik, die die Produktion für lokale Bedürfnisse fördert statt globalen „Frei“handel, der von Transnationalen Konzernen beherrscht wird;

  • eine Politik, die die Bedürfnisse von Bäuer_innen und Konsument_innen, Gesundheit und Umwelt begünstigen statt Profite für Geschäftemacher.

    Macht mit und kontaktiert uns: info@seed-sovereignty.org

    Links:

    Kampagne für Saatgut-Souveränität: www.saatgutkampagne.orgVia Campesina: World Food Sovereignty Day 2011: http://viacampesina.orgSeed Freedom Movement: www.seedfreedom.inDeklaration zum Unterschreiben für „Seed Freedom“: http://seedfreedom.in/declaration