Der dritte Weg der Päpste

Der dritte Weg der Päpste: Daniel Eissrich und Hans Frambach untersuchen die Wirtschaftsideen des Vatikans und deren Auswirkungen auf Ökonomie und Politik / neu bei UVK

das Bild der Kirche in der Öffentlichkeit ist oft von Extremen geprägt und pendelt zwischen Prachtbauten und Verschwendungssucht oder einem Leben in Bescheidenheit und einem Kampf für die Armen. Kein Geringerer als Papst Franziskus lebt diese Bescheidenheit vor. Immer wieder geht die Kirche auch in Sozialenzykliken auf Missstände in Gesellschaft und Wirtschaft ein oder stößt Debatten um die Integration christlicher Werte in Wirtschaft und Politik an. In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch das Buch „Der dritte Weg der Päpste“, in dem Daniel Eissrich und Hans Frambach die Wirtschaftsideen des Vatikans untersuchen und deren Auswirkungen auf Ökonomie und Politik beleuchten. Die Autoren skizzieren einen dritten Weg der Päpste – ein alternatives Wirtschaftskonzept zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Der Titel erscheint nun bei UVK.

Seit ihrem Bestehen steht die Kirche mit der Ökonomie in enger Beziehung. Sie war und ist zum einen unmittelbar mit dem Wirtschaftsprozess verbunden. So hatten die mittelalterlichen Klöster zentrale wirtschaftliche Bedeutung für viele Regionen Europas, und auch heute noch ist die Kirche selbst ein mächtiges Unternehmen – man denke etwa an die Institution Kirche als „mächtigsten Konzern Deutschlands“. Und zum anderen beschäftigt sich die Kirche mit dem Spannungsfeld Staat, Wirtschaft und Gesellschaft seit dem 19. Jahrhundert in ihren Sozialenzykliken. So forderte Papst Leo XIII. 1891 Lohngerechtigkeit und mehr Rechte für Arbeitnehmer und gab damit der Sozialpolitik in Europa Aufwind. 2009 verwies Papst Benedikt XVI. nach der Finanzkrise darauf, dass die Globalisierung von einer „Kultur der Liebe“ beseelt sein müsse. Und Papst Franziskus regte schon in der Enzyklika „Laudato si“ 2015 die Reform des marktwirtschaftlichen Systems an. Zum einen forderte er eine Lösung der sozialen Ungleichheit, zum anderen die Wahrung der Lebensgrundlagen durch ökologisches Handeln – auch in der Wirtschaft.

Die Autoren Daniel Eissrich und Hans Frambach gehen in „Der dritte Weg der Päpste“ im ersten Kapitel auf „Die Arbeiterfrage – zwischen Kapitalismus und Sozialismus“ ein und beleuchten in Kapitel II unter der Überschrift „Chaos und der Wunsch nach Ordnung“ die Folgen der Weltkriege, die Entstehung des Sozialstaats sowie die Entstehung und Wirkung verschiedener päpstlicher Enzykliken. Kapitel III beginnt in der Zeit nach der Enzyklika „Quadragesimo anno“ und endet mit der Enzyklika „Populorum progressio“ von Papst Paul VI. Um „Wirtschaftssysteme in der Krise“ dreht sich Kapitel IV und das abschließende V. Kapitel schaut auf „Soziale Ungerechtigkeit und ökologische Verantwortung“ und schließt mit der „Laudato si‘“ von Papst Franziskus.

Cover

Hans Frambach, Daniel Eissrich
Der dritte Weg der Päpste
Die Wirtschaftsideen des Vatikans

2015, 1. Auflage, 225 Seiten

ISBN 978-3-86764-600-0
19,99 € (D)
UVK Verlagsgesellschaft mbH

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Erscheint am 9. Dezember 2015.