Reisebericht Weltreisender

Bilder: Namibia mit dem Auto

Die Vielfältigkeit der Landschaften, die sprichwörtliche Weite Afrikas und auch die Menschen haben uns begeistert. Natürlich sollte man schon Wüstenliebhaber sein und es mögen, ziemlich einsam unterwegs zu sein.

08.01.06 Windhoek – Kalahari - Mariental
09.01.2006 Kalahari – Keetmanshoop – Naute Dam – Fish River Canyon
10.01.2006 Fish River Canyon
11.01.2006 Fish River Canyon – Kolmanskop – Lüderitz – Aus

12.01.2006 Aus
13.01.2006 Aus – Tsaris-Pass – Namib Rand
14.01.2006 Sesriem – Sossusvlei – Sesriem Canyon
15.01.2006 Petrified Dunes – Solitaire – Spreetshoogte Pass – Kuiseb Pass
16.01.2006 Namib Naukluft Park - Swakopmund
17.01.2006 Swakopmund – Walvis Bay
18.01.2006 Cape Cross – Brandberg – Damaraland – Khorixas
19.01.2006 Khorixas – Twyfelfontein – Organ Pipes – Verbrannter Berg – Petrified Forest
20.01.2006 Khorixas – Palmwag – Aub Canyon
21.01.2006 Palmwag – Kaokoveld / Himba-Dorf – Seisfontein – Ongongo Wasserfall
22.01.2006 Palmwag – Etosha National Park
23.01.2006 Etosha National Park
24.01.2006 Etosha National Park
25.01.2006 Otjiwarongo - Waterberg Plateau
26.01.2006 Waterberg Plateau – Windhoek
27.01.2006 Windhoek

Inspiriert zu unserer Namibia-Reise wurden wir durch einen von TUI veranstalteten Diavortrag, den wir im Jahr 2004 in Berlin besuchten. Insbesondere die hohen Sanddünen des Soussusvlei haben es uns dabei angetan. Auch die Berichte von Freunden und Bekannten über das Land waren meist sehr positiv.

Mitte 2005 haben wir uns dann entschieden, selbst nach Namibia zu reisen. Dabei haben wir erst einmal überlegt, in welcher Form wir überhaupt reisen wollen. Wie immer in unbekannten Gefilden breitet sich etwas Unsicherheit aus, ob denn die Infrastruktur gut sei und ob die Sicherheitslage individuelles Reisen erlauben würde. Unser Reiseführer war bei den Vorbereitungen einserseits eine große Hilfe, andererseits aber schürte er auch etwas die Verunsicherung mit negativen Berichten über lokale Autovermieter, Verkehrsunfälle oder Übergriffe auf Touristen. Letztlich entschieden wir uns für einen Kompromiss.

Individuell reisen vor Ort ja, aber die Quartiere wollten wir vorbuchen, damit wir abends auch erwartet werden und immer jemand weiss, wo in etwa wir gerade sein sollten. Internet Recherche hat uns dann zum Namibia Spezialisten Transgeo (www.transgeo.de) geführt, der uns ein gutes und speziell auf unsere Vorstellungen abgestimmtes Angebot gemacht hat. Nach der Lektüre zahlreicher Reiseberichte stellten wir dann erst einmal so richtig fest, dass im Januar in Namibia zwar Sommer ist, dies aber auch gleichzeitig die Regenzeit ist, was insbesondere die Straßenverhältnisse negativ betreffen kann. Daher entschlossen wir uns dann doch, auf jeden Fall ein Allradfahrzeug zu mieten, auch wenn die Preise hierfür sehr hoch sind. Das günstigste eingeholte Angebot war vom lokalen Verleiher African Tracks(www.africantracks.com). Da diese Firma immerhin einem Verband angehört und wir über Transgeo erfuhren, dass sie zumindest in der Branche bekannt ist, entschieden wir uns auch, dieses Angebot anzunehmen. Das letztlich Teure am Mietwagen sind die Extras, insbesondere die Versicherungen, um im Schadensfall einigermassen glimpflich davonzukommen. Da auch die Quartiere in Namibia vergleichsweise teuer sind, ist eine solche Reise -wenn man nicht campen möchte- ein ziemlicher Luxus. In der Nachbetrachtung hat es sich aber gelohnt!

Die Vielfältigkeit der Landschaften, die sprichwörtliche Weite Afrikas und auch die Menschen haben uns begeistert. Natürlich sollte man schon Wüstenliebhaber sein und es mögen, ziemlich einsam unterwegs zu sein. Wer Halligalli, Strand und Meer sucht, der ist in Namibia falsch aufgehoben. Wer ausschliesslich Tiere beobachten will, der sollte gegen Ende der Trockenzeit (September/Oktober) reisen, wenn die Tiere an die spärlichen Wasserlöcher kommen.

Wer aber insbesondere die Einsamkeit sucht, Hitze nicht scheut und ein afrikanisches Land auch einmal erleben möchte, wenn es wenigstens teilweise grün wird, der kommt auch in der Regenzeit auf seine Kosten. Wir hatten großes Glück und waren meistens vor oder nach dem großen Regen unterwegs. Dadurch konnten wir den tollen Fish River Canyon bei stahlblauem Himmel erkunden und es war Wasser im Fluss, wir waren an und auf den Sanddünen, bevor der Regen das Gebiet zeitweise unzugänglich gemacht hat und trotz des vielen Wassers im Etosha Nationalpark haben wir zahlreiche Tiere gesehen, auch wenn sicherlich die Safaris etwas anstrengender waren. Unser Besuch bei den Himbas, einem der letzten Naturvölker der Erde, hat zwiespältige Gefühle hinterlassen und wenn man vor Ort erlebt, wie schlimm die Aidsseuche Afrika heimsucht, dann ist man erschüttert.

Auch die Folgen der kolonialen Ausbeutung kann man noch überall spüren. Unser Fazit jedenfall ist, dass wir vom Afrikavirus (aber bitte nicht wörtlich!) erfasst wurden und hoffentlich in Zukunft die Gelegenheit haben werden, noch andere Länder zu bereisen. Drei Wochen, die wir Namibia verbrachten, sind eine gute Zeit, um viel vom Land zu sehen. Alles zu sehen, das schafft man in der Zeit nicht. Wenn es das Budget zulässt und man gerne intensiv reist, d.h. lange Tage ohne viele Ruhepausen nicht scheut, dann würden wir die Rundreise auf zweieinhalb Wochen verkürzen und die 3 gesparten Tage nutzen, um eine Flugzeugsafari zu den Victoria-Fällen ins Dreiländereck Namibia/Botswans/Zimbabwe zu machen.

Wir haben uns durchweg sehr sicher gefühlt und die Infrastruktur für Touristen ist gut, vorausgesetzt man scheut das Fahren von endlosen Schotterstrassen nicht. Und nun viel Spass beim Lesen unseres detaillierten Reiseberichtes



Die Mietwagenbuchung über den lokalen
Anbieter African Tracks (www.africantracks.com/) scheint funktioniert zu haben,
am Flughafen werden wir erwartet. Nachdem wir Geld gewechselt haben, werden wir
nach Windhoek zum Mietwagenoffice gebracht. Da die Gegend um Windhoek sehr
gebirgig ist, musste der Internationale Flughafen 40 km östlich der Stadt auf
einer Hochebene angelegt werden.

Die Mietwagenübernahme erfolgt problemlos. Nach einem Crash-Kurs fühlen wir
uns imstande, im Notfall den Wagenheber bzw. High Lift Jack anzusetzen.
Allradantrieb, ein zweiter Ersatzreifen, zwei Reservekanister, eine
Kompressour-Luftpumpe sowie ein Kühlschrank waren für uns ein Muss. Erstes
Ziel ist die nächste Tankstelle, da der Mietwagen mit fast leerem Tank
übergeben wurde. Anschließend decken wir uns im Supermarkt mit dem nötigen
Reiseproviant ein. An den Linksverkehr müssen wir uns erst wieder gewöhnen,
aber das wird schon. Nun kann es losgehen!

Ein erstes Urlaubsgefühl stellt sich ein, als wir Windhoek in Richtung Süden
verlassen haben und auf die Auasberge schauen, zu denen auch der mit 2.483m
zweithöchste Berg Namibias, der Moltkeblick, gehört. Der Regenzeit
entsprechend ist der Himmel ziemlich wolkenverhangen, nur ab und zu blinzelt
ein kleines Fleckchen Blau hindurch. Doch viel Regen scheint es noch nicht
gegeben zu haben, selten sieht man etwas Grünes. Rechts und links wird die
Straße von der afrikanischen Steppe flankiert. Endlose Zäune lassen das
augenscheinliche Niemandsland als Farmland erkennen.

Unsere heutige Tagesetappe beträgt etwa 270 km. Die ersten 190 km auf der
geteerten B1 sind problemlos zu fahren. Einen kleinen Fotostopp legen wir
einige Kilometer hinter Rehoboth am Schild „Tropic of Capricorn“, dass die
Überquerung des Wendekreises des Steinbocks ankündigt. Von der dicken
Wolkendecke sind hier im Süden nur ein paar weiße Schäfchenwolken, die
wunderbar mit dem blauen Himmel kontrastieren, übrig geblieben.

Bei Kalkrand verlassen wir nun erstmalig die geteerte Straße. So haben wir uns
die namibischen Straßen vorstellt, denn von dem gut 42.000 km langem
Straßennetz sind nur rund 5.500 km geteert. Nach wenigen Kilometern ragt vor
uns leuchtend eine erste rote Sanddüne aus der endlos weiten Steppenlandschaft
hervor – mit diesem phantastischen Anblick begrüßt uns die Kalahari-Wüste.
Auch die erste Oryx-Antilope (wie wir mittels unseres Reiseführers
herausfinden), blickt uns kurz darauf von einer weiteren roten Düne an. Jetzt
fühlen wir, dass wir in Namibia angekommen sind! Die Kalahari, die als
Halbwüste gilt, ist mit 1.630.000 Quadratkilometern als größte
zusammenhängende Sandfläche bekannt und erstreckt sich über mehrere Länder.
Der größte Teil gehört zu Botswana, der Süden zur Republik Südafrika, der
Westen zu Namibia.

An die problemlos mit Zweiradantrieb befahrbare Schotterstraße haben wir uns
schnell gewöhnt. Nach 80 km erreichen wir unser Tagesziel. Auf der Bagatelle
Kalahari Game Ranch werden wir sogleich freundlich mit einem Begrüßungstrunk
in Empfang genommen und von einem jungen, zahmen Springbock beschnuppert. Die
Anlage ist sehr gepflegt und verströmt Wohlfühlatmosphäre. Die Lodge, die
wir beziehen, liegt am Fuße einer roten Sanddüne. Beim Ausladen des Gepäcks
werden wir von Jacky, einer ausgewachsenen Oryx-Antilope, beobachtet. Eine
weitere Überraschung erleben wir, als wir auf der Veranda ein erstes kühles
Bier genießen und auf der Düne in nur 100 m Entfernung eine Giraffe beim
Fressen beobachten können. Natürlich schnappen wir uns die Kamera und wagen
uns näher heran. Dies lässt sie sich zunächst gefallen, zieht dann aber
langsam weiter. Von der Düne aus können wir noch eine zweite Giraffe
entdecken. Beide nähern sich nun einem kleinen Wasserloch. Es sieht ziemlich
komisch aus, wie die Giraffen zum Trinken die längeren Vorderläufe spreizen
und dann den langen Hals nach unten beugen.

Die angebotene Sundowner-Tour mit Geparden-Fütterung lassen wir uns nicht
entgehen und klettern auf den alten Jeep – vom Guide liebevoll als
„grandmother“ bezeichnet. Vier Geparden erwarten uns bereits fauchend am Tor.
Ein mulmiges Gefühl steigt auf, als wir erfahren, dass die Tiere gestern einen
Fastentag hatten und heute entsprechend hungrig sind. Auf dem offenen Jeep
fühlen wir uns nicht wirklich sicher, auch wenn uns der Guide versichert, das
Geparden zwar schnell laufen (120 km/h) können, aber nicht springen. Die
Fütterung der halbwilden Tiere (sollen wieder ausgesetzt werden) ist
spektakulär. Fauchend stürzen sich die Geparden auf die vom Guide gereichten
Fleischbrocken und ziehen sich, sobald sie ein Stück ergattert haben,
blitzschnell zur Verspeisung der „Beute“ zurück. Wir erfahren noch eine
Menge über Geparden.

Den Sonnenuntergang erleben wir gegen 20:00 Uhr von einer auf der Düne
angelegten Aussichtsplattform. Wir werden mit kühlen Getränken versorgt und
erfahren Interessantes über die Natur. Anfang des vorrigen Jahrhunderts war es
noch wesentlich feuchter in dieser Region, so dass hier ebenfalls Nashörner,
Löwen und Elefanten lebten. Heute sind die Flussläufe ausgetrocknet und viele
Tiere haben die Region verlassen. Uns fällt auf, dass die Sonne sehr schnell
untergeht. Auch hierfür gibt es eine Erklärung: In Äquatornähe ist der
Abstand zur Sonne größer und die Drehbewegung der Erde etwas kürzer.

Zu Fuß gehen wir zurück. Die beiden Giraffen und der Oryx tummeln sich direkt
vor unserer Lodge und suchen erst das Weite, als wir bis auf 10 Meter
herangekommen sind. Beim anschließenden Abendessen unterm Sternenhimmel lassen
wir es uns gut gehen. Erstmalig essen wir Antilope, ein etwas zähes, trockenes
und an Rind erinnerndes Fleisch, das allerdings kaum Fett hat. Wieder einmal
werden wir von der Leuchtkraft der Sterne überwältigt, die hier nicht von
anderen Lichtquellen getrübt wird.
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