PecuniaOlet

...oder hat es Goethe so gesagt:

Heute entdeckte ich das Goethe-Zitat mit abgewandeltem Inhalt. Es soll einem Gespräch mit dem Geschichtsprofessor Heinrich Luden (1778-1847) entnommen sein:

"Glauben Sie ja nicht, daß ich gleichgültig wäre gegen die großen Ideen Freiheit, Volk, Vaterland. Nein; diese Ideen sind in uns; sie sind ein Teil unseres Wesens und niemand vermag sie von sich zu werfen. Auch liegt mir Deutschland warm am Herzen. Ich habe oft einen bitteren Schmerz empfunden bei dem Gedanken an das deutsche Volk, das so achtbar im einzelnen und so miserabel im ganzen ist. Eine Vergleichung des deutschen Volkes mit anderen Völkern erregt uns peinliche Gefühle, über welche ich auf jegliche Weise hinwegzukommen suche: in der Wissenschaft und in der Kunst habe ich die Schwingen gefunden, durch welche man sich darüber hinweg zu heben vermag:  Wissenschaft und Kunst gehören der Welt an, und vor ihnen verschwinden die Schranken der Nationalität; aber der Trost, den sie gewähren, ist doch nur ein leidiger Trost und ersetzt das stolze Bewußtsein nicht, einem großen, starken, geachteten und gefürchteten Volk anzugehören. "

Welches ist nun das richtige? Rein gefühlsmäßig dieses. Man hat jedoch heute sicherlich keine Skrupel, aus aktueller Ideologie politisch Unkorrektes selbst bei Goethe zu zensieren. Es ist auf nichts mehr Verlass. Am besten nur im Antiquariat kaufen!