Empörungsmanagement: Wie die ARD Xavier Naidoo benutzte, um den Schafen ihre Grenzen aufzuzeigen

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https://propagandaschau.wordpress.com/2015/11/21/e...

Es gehört zur hohen Kunst der Meinungsmache, den Opfern der Manipulation zu suggerieren, sie selbst wollten das, was gar nicht in ihrem Interesse, sondern das eigentliche Ziel der Manipulation ist. Eine Methode funktioniert so, dass man etwa in der Politik von Hinterbänklern eine vollkommen überzogene Maximalforderung aufstellen lässt, die dann von der vermeintlich wohlwollenden Parteiführung in einem inszenierten Diskurs so “entschärft” wird, dass am Ende das steht, was man in Wahrheit von Beginn an erreichen wollte und wovon man wusste, dass es dafür keine öffentliche Zustimmung geben würde.

In der von der ARD inszenierten Farce um die Nominierung des Sängers Xavier Naidoo für den ESC 2016 ist es einer kleinen Gruppe Meinungsmanipulatoren gelungen, den Fokus vom eigentlichen Skandal – dass die ARD sich anmaßt, den Kandidaten für den ESC zu diktieren – auf die Person des Sängers selbst zu lenken, dessen vermeintlich wirre Ansichten zu skandalisieren, um ihn dann als öffentliche Person unmöglich zu machen und den Schafen auf diese Weise die staatlich festgelegten Grenzen der Meinungsfreiheit aufzuzeigen.

Wer es wagt, etwa die evidente Besatzung und Unfreiheit Deutschlands zur Sprache zu bringen, westliche Kriege zu kritisieren oder das Wirtschafts- und Finanzsystem infrage zu stellen, der bekommt die Keule der Propaganda zu spüren und wird öffentlich niedergemacht.

Dabei sind sich die ARD-Hetzer nicht zu dumm, einen altgedienten Sozialdemokraten wie Albrecht Müller in die Nazi-Ecke zu stellen oder einen in jeder Hinsicht farbigen Sänger als “homophoben Rassisten” zu diffamieren.

Laut Xavier Naidoo war es die ARD, die vor einigen Monaten, nach einem erneuten ESC-Fiasko, auf ihn zukam und ihn bat 2016 für Deutschland zu singen.

Vor einigen Monaten sei die ARD auf ihn zugekommen und habe ihn gebeten, im nächsten Jahr für Deutschland beim “Eurovision Song Contest” in Stockholm anzutreten. “Das war der alleinige Vorschlag der ARD. Ich habe nach reichlicher Überlegung schließlich zugesagt, weil dieser Wettbewerb ein ganz besonderes Ereignis für mich gewesen wäre…”(dwdl)

Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Unterstellungen und Diffamierungen gegen Naidoo zu diesem Zeitpunkt längst durch die Medien getrieben worden waren. Die ARD, genau genommen der NDR, wusste also genau, wen sie da bat, ohne Publikumsabstimmung für Deutschland zu singen. Hätte es eine Vorentscheidung gegeben, an der Naidoo sich als Kandidat unter vielen beteiligt hätte, seine Chancen wären zweifellos exzellent gewesen und im Fall eines starken Publikumvotums wäre eine Skandalisierung seiner Person im Rohr der Büchsenspanner krepiert und nach hinten losgegangen.

Erst die vom NDR diktierte Nominierung, deren Art und Weise in der gleichgeschalteten Mainstreampresse kaum Beachtung oder Kritik fand, bot die Möglichkeit, den kritischen Sänger mit der Kampagne einer Minderheit, die sich zu einem medialen Scheinriesen aufplusterte, niederzumachen. So brauchte es am Ende nur einer handvoll staatsnaher Schreiberlinge in den Mainstreammedien und einer handvoll tumber Schafe in den sozialen Netzwerken, damit die ARD die Nominierung – vermeintlich infolge eines “Aufruhrs” – zurückziehen konnte.

Bereits am Tag der Bekanntgabe durch den NDR wird Naidoo abends im selben NDR in den tagesthemen weitestgehend faktenfrei und mit vorsätzlichen Verzerrungen “Verschwörungstheoretiker… demokratieverachtend” diffamiert und obendrein Werbung für eine Petition gegen Naidoo gemacht, die trotz dieser subtilen Propaganda durch die ARD bis heute nicht einmal 13.000 Unterzeichner gefunden hat.

ARD tagesthemen 19.11.2015

ARD_tt_19112015_Naidoo

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Marcel Müller: “Die andere Seite des Xavier Naidoo. Auftritt 2014: Er spricht vor den sogenannten Reichsbürgern, eine Bewegung, die der deutschen Verfassung jede Legitimation abspricht. Naidoo zweifelt an den Anschlägen vom 11. September. Verschwörungstheorien. Auch zur Frage, wie frei Deutschland ist, hat Naidoo eine klare Haltung…”

Der NDR selbst beteiligt sich also selbst massiv an der Diffamierung und Hetze, die sich auf Zitate stützt, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden und deren inhaltlichen Wahrheitsgehalt man erst gar nicht verifizieren möchte, sowie auf den Vorwurf, vor Menschen gesprochen zu haben, deren Gedankengut man als gefährlich oder nicht hinnehmbar einstuft.

Am Ende ist es auch der NDR selbst, der dem Sänger zur besten Sendezeit in der tagesschau ohne jeden Beleg und nur unter Verweis auf “Kritiker” Rassismus und Homophobie unterstellt. Mit dieser Art faktenfreien Schmierenjournalismus auf BILD-Niveau kann man jeden Menschen öffentlich fertig machen, der unbequeme Meinungen vertritt. DAS ist die eigentliche Botschaft dieser Farce: Seht euch vor, was ihr sagt, sonst ziehen wir euch durch den Dreck, wie wir es mit Naidoo gemacht haben!

ARD tagesschau 21.11.2015

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Jan Hofer: “Xavier Naidoo wird nicht für Deutschland beim Eurovision Song Contest antreten. Der Norddeutsche Rundfunk hat die Nominierung des Senders zurück gezogen. Begründet wurde die Entscheidung mit den anhaltenden Protesten gegen eine Teilnahme Naidoos, die man unterschätzt habe. Hintergrund sind umstrittene Äußerungen, Songtexte und Auftritte des Sängers. Kritiker werfen ihm Rassismus und Homophobie vor.”

Schuldig per übler Nachrede!, so das Rechtsverständnis der ARD, die von den Vorwürfen selbstverständlich bereits zuvor wusste, wie aus Hofers Formulierung “die man unterschätzt habe” hervorgeht. Ob die “anhaltenden Proteste” die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung wiedergeben, ist für den Sender offensichtlich irrelevant. Man hält es weder für nötig, eine repräsentative Umfrage zu starten, noch den Sänger selbst zu den ehrenrührigen Unterstellungen in der tagesschau zu Wort kommen zu lassen.

Auf dem gleichen boulevardesken Schmierenniveau präsentieren sich Spiegel Online und andere staatsnahe Propagandamedien. Der Spiegel macht mit Material von dpa massiv Werbung für eine gegen Naidoo gerichtete Petition des publizistisch zwar vollkommen irrelevanten, aber aufgrund seiner US-Hörigkeit medial überrepräsentierten Blogs “Ruhrbarone”. Diese Petition kommt auf gerade einmal 28.000 Unterstützer, während eine geharnischte Kritik von Michael Mittermeier an der Medienkampagne dieser Schmierenjournaille bereits fast 50.000 Likes auf facebook erzielt hat.

Mittermeier: “Es ist unglaublich mit welcher Hetze Xavier durch die Presse getrieben wird, weil er nun für uns beim ESC antreten soll. Viele Journalisten sollten sich schämen, in Dauerschleife ein paar Zitate abzuschreiben (wow, immerhin 5) – einfach willkürlich aus verschiedenen Jahren und jeweils aus jeglichem Zusammenhang gerissen. Das ist wirklich die billigste Form von widerlicher Meinungsmache. Homophobie, Rassismus und Rechtsextremismus – Ihr ward wohl noch nie auf einem Söhne Mannheims Konzert?”

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Was die ARD hier mit Naidoo abgezogen hat, ist ein Paradebeispiel für Meinungsmanipulation und Staatspropaganda, wie es im Buche steht. Man holt den “Teufel” (Jack in the box) selbst aus der Kiste, watscht ihn noch am selben Abend in den eigenen tagesthemen ab und stopft ihn dann mit den Etiketten “Rassist” und “homophob” zurück in die Kiste – zur späteren Wiedervorlage. Das Ziel: den Bürgern und insbesondere anderen Künstlern klarmachen, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit in diesem Land gezogen sind. Wer den Mund zu weit aufmacht und tabuisierte Wahrheiten ans Licht zerrt, der wird öffentlich fertig gemacht.

Davon kann und – davon sollte – jetzt auch Xavier Naidoo ein Lied singen.