EIne der besten Ideen in Israel

war die Gründung der Kibbuzim, kleinen egalitären und in der Regel sich selbst versorgenden, genossenschaftlich organisierten Gruppen mit teils Kollektiveigentum und gemeinschaftlicher Kindererziehung. Wahrscheinlich wollten die Gründer und Initiatoren auch einen Gegenentwurf zum patriarchalisch geprägten ,osteuropäischen "Schtetl" damit realisieren.

Leider ist diese Lebens- und Produktionsform nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen im Untergang begriffen.

Ich halte sie für die menschlichste Lebensweise überhaupt, so lange sie nicht mit staatlichen Zwängen verbunden ist und in eine Art "Kolchose" mündet.

"Dabei ist meist nicht bekannt, dass die sozialistischen Gründer des ersten Kibbuz (1910) damit keine Radikalisierung ihrer Gesinnung durchmachten, sondern eine - leichte - „Verbürgerlichung“, da sie zuvor oft als Arbeitsbrigade durch Palästina gezogen waren, z. B. Straßen bauten, und dabei selbst feste Wohnsitze und jedweden Besitz (auch den einer Gruppe) ablehnten, weil dies wieder bürgerliche Abhängigkeiten schaffe und die revolutionäre Dynamik behindere: „Die Anfänge der Kibbutz-Bewegung waren eher anarchistisch.“

Trotzdem war in den ersten Jahrzehnten der Lebensalltag der Kibbuzmitglieder, der Chawerim, stark von sozialistischen Lebensprinzipien geprägt. Entscheidungen wurden in der Mitgliederversammlung basisdemokratisch getroffen. Die einzelnen Chawerim besaßen kein Eigentum, sondern sie brachten ihre Arbeitsleistung unentgeltlich für das Kollektiv ein. Im Gegenzug stellte der Kibbuz Wohnung, Kleidung, Verpflegung und medizinische Versorgung zur Verfügung. Die Gleichberechtigung umfasste auch eine Rotation in allen wichtigen Ämtern und bei der Besetzung der Arbeitsplätze." Wikipedia

"Sozialismus" funktioniert "im Kleinen" - und solange man die Möglichkeit hat, "zu gehen", "weiterzuziehen".

Das größte Gefühl von echter Freiheit empfand ich, als ich völlig mittellos als Jugendlicher von zu Hause abgehaut bin. Keine Zwänge, man wird von der Sonne geweckt, steht freiwillig gerne früh auf, arbeitet gelegentlich gegen Kost und Logis - und zieht dann wieder weiter. Es gibt kein größeres Empfinden individueller Freiheit. Gäbe es weltweit eine Art Kibbuzim, in denen Jugendlichen und jüngeren "Arbeitslosen"  die Möglichkeit geboten würde, sich selbst zu versorgen, etwas zu lernen (z.Bsp. "Gitarren- oder Geigenbau" etc "Scheine" fürs Studium zu erwerben usw.......), könnten diese  "um die Welt" ziehen, lernend, lehrend, sich austauschend -und müssten dabei auf ein gewisses Maß an sozialer Absicherung nicht verzichten (es würden sicherlich auch Mediziner daran teilnehmen).

Dies wäre die humane und friedensstiftende  Art der "Globalisierung" und sicher ein fruchtbarer Beitrag zur Völkerverständigung.

Lieber schickt man aber die Menschen zu Zeitarbeitsfirmen und lässt sie sinnlose "Fortbildungsmaßnahmen" und "Bewerbungstrainings" machen oder sperrt ihnen ihre Bezüge. Es geht schließlich nicht um Menschen, sondern um die Förderung "juristischer Personen".