Reisebericht

Schlemmen und Schwitzen im Piemont

Wandern, wo Barbera und Barolo fließen.

Faul liegen wir im Gras und blinzeln zufrieden in die Sonne. Eine mehrtägige Wanderung durch ein Land, wo berühmter Wein wächst und köstlich gekocht wird, ist eine neue Variante sonst spröder Trekkingtouren. Klaus, unser Freund, hat die Reise in erster Linie wegen der guten Tropfen und des Besuchs der bekannten Piemonteser Weinorte vorgeschlagen. Wir bedauern unsere Zustimmung keineswegs, denn die bisherigen Tage auf Schusters Rappen waren in jeder Hinsicht ein Genuss ohne Reue.

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Barolo

Vogelgezwitscher holt uns am ersten Tag aus den Federn. Das Frühstück ist üppig. Der Höhepunkt: ein harter Käse mit 50 (!) Jahre alter Traubenmarmelade. Erwartungsvoll schultern wir die erträglich schweren Rucksäcke und starten in den sonnigen Morgen. Kaum haben wir die engen Gassen des mittelalterlich anmutenden Dorfes verlassen, öffnet sich vor uns das Panorama der weingebirgigen Hügellandschaft. Wir vergleichen unsere Route auf der Karte mit der Wirklichkeit der flimmernden Ebenen und wogenden Hügel. Unser geplanter Weg, ein Rundkurs, lässt sich ungefähr ausmachen. Fast immer liegen unsere Tagesziele auf einer der Kuppen der malerischen Hügel.

Zügig schreiten wir über einen breiten Weg, der mitten durch die Weinberge führt. Das Gelände bietet keine Schwierigkeiten. Eher schon die Entscheidung, wo wir Siesta machen wollen. Ein letzter Bogen um einen schönen muschelförmigen Weinberg, und das hübsche Städtchen La Mora ist erreicht. Hochnäsig sitzen wir unter Bustouristen, die staunend auf unsere dicken Rücksäcke und dreckigen Wanderschuhe blicken. Sie haben uns schon die leckersten Gerichte aufgegessen, so dass wir mit Pasta und Vino zufrieden sein müssen, was keine schlechte Alternative ist.

Wir wollen hier nicht zu lange bleiben, denn unser nächstes Ziel Barolo lockt mit Schloss und Enoteca. Ein Muss für unseren Weinkenner Klaus. Gegen Nachmittag brennt die Sonne vom südlichen Himmel. Wir sind froh, dass unser Weg sich durch als schattiger, baumbewachsener Pfad entpuppt. Dann weitet sich der Blick über die Weinberge, die alle berühmte Lagen sind, den Kenner mit der Zunge schnalzen lassen und bekannte Namen tragen.

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