Hieronymus Nillenfurz

Matriarchat=Nicht "Herrschaft der Frauen", sondern der Seele/Sinne/Natur

Das Matriarchat hat nichts mit "Frauenherrschaft" zu tun, sondern mit einer sinnlicheren und natürlicheren Lebenseinstellung. Heutige Feministinnen wollen kein Matriarchat, sondern lediglich Gleichberechtigung innerhalb patriarchaler Strukturen. Zudem gab es Kollektivwirtschaft (in kleinem Rahmen und nicht zentralistisch), während mit Aufkommen des Patriarchats die Kumulation von Privatbesitz und Vermögen ausschlaggebend war.

Sinnlichkeit und Lebensgenuss

"Soweit wir dies aus frühen Quellen und Kunstzeugnissen rekonstruieren können, war das Leben der vorpatriarchalen Hochkulturen ganz auf die Erhaltung und Verfeinerung des Lebens konzentriert. Die altägyptischen oder kretischen Wandmalerien zeigen uns eine Sinnlichkeit und eine Liebe zum Detail, die vom konkreten Umgang mit der Natur und ihren Produkten ausgeht. Dazu kommt die kunstvolle Einrichtung der Häuser, die Feinheit vor allem der weiblichen Kleidung, die Lust an der Farbe, am Schmuck, an Blumen. Alle Ägyptologen und Orientalisten sind sich darin einig, dass die jeweils ältesten Epochen eine erste Hochblüte der Kunst hinterlassen haben, die von den späteren Phasen kaum noch übertroffen wurde. Sie zeichnet sich durch natürliche Würde und Schlichtheit ebenso aus wie durch eine heitere Lebensstimmung und humorvolle Züge, während die späteren Kunstdenkmäler vom Streben nach Machtdemonstration und monumentaler Prachtentfaltung gezeichnet sind und ihre Motive immer düsterer und kriegerischer wurden. Wenn sich dem heutigen Blick besonders die Eleganz und die Ästhetik der frühen Kunsterzeugnisse erschließt, so sollte darüber nicht vergessen werden, dass sie immer auch duchdrungen waren von einem Höchstmaß an symbolischer Bedeutung. Auf der Basis der jungpaläolithischen und neolithischen Tradition haben die frühen Hochkulturen die Symbole des Kreislaufs von Leben, Tod und Wiedergeburt mit Hilfe kostbarsten Materials und perfektem handwerklichem Können zur Vollendung gebracht. Es gibt kaum eine Geste, kein Ornament, kein Gestirn-, Tier- oder Pflanzenmotiv, das nicht einen kosmisch-symbolischen Bezug hätte, das nicht verbunden wäre mit göttlichen Gestalten. So hat die matrizentrische Kultur der Menschheit einen nicht wegzudenkenden Schatz an emotionalen und religiösen Symbolen geschenkt, von dem alle späteren patriarchalischen Kulturen bis heute zehren. Dabei ist den matrizentrischen Symbolen die spätere Polarisierung von Himmel und Erde, diesseits und jenseits oder männlich-weiblich fremd. Sie stellen vielmehr ein Beziehungsnetz zwischen allen Wesen des Kosmos dar und repräsentieren die Fülle des Lebens in seinen ständig wechselnden Formen, für die der Tod nur Durchgang zu neuer Gestaltung ist."

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