Reisebericht Weltreisender

Dubai, Sharjah, Oman

Shoppen in Sharjah und Dubai, Wüstentouren im Emirat Dubai im Dubai Desert Conservation Park brei Margham, Tauchen in Khor Fakkan, Eine Bootstour an der Küste von Oman, durch die Fjordlandschaft der Provinz Musandam

Emirate, Städte, Stadtteile und Sehenswürdigkeiten:

Emirat Dubai mit Dubai-Stadt mit Creek-Fahrt, Gold Souk in Al Ras, Stadtteil Bur Dubai mit Al Fahidi Fort, Souk Al Khabeer (Textil-Souk), Bastakiya, Deira, Jumeira und das Burj el Arab, Al Karama, Margham und der Dubai Desert Conservation Park, Emirat Fujairah mit Hauptstadt Al Fujairah und Bidiyah, Emirat Ras al Khaimah mit Masafi, Emirat Sharjah mit Sharjah-Stadt, Al-Dhaid, Hajargebirge, Dibba, Khor Fakkan und den Tauchplätzen Anemone Garden, Car Cemetry, Hole in the Wall, Inchcape I, Inchcape II, Martini Rocks, Shark Island; Oman, Provinz Musandam mit Deba, Zeke, Haffah, Sheria



Dubai

Gegen 22.00 Uhr Ortszeit, in Paris, wo wir gegen 14 Uhr abgeflogen waren, ist es acht Uhr, befindet sich die Air-France-Maschine im Landeanflug auf den Airport von Dubai. Auf dem Meer unter uns warten Dutzende von hell beleuchteten Schiffen wohl auf die Erlaubnis, in den Hafen von Dubai einlaufen zu dürfen.

Dubai selbst erscheint aus der Luft ebenso vor allem hell erleuchtet, bestehend aus gerade gezogenen Straßen, in der Flughafennähe mit in Reihe und Glied stehenden kleineren Gebäuden, die sehr wohl Ein-Familien-Häuser sein könnten.

Obwohl Dubai von der Einwohnerzahl weit kleiner ist als die großen asiatischen Metropolen wie Bangkok steht der Flughafen den anderen Metropolen-Airports in nichts nach. Im Gegenteil! Nach einem anstrengenden Flug und dem hektischen Umsteigen im viel zu engen Pariser Flughafen Charles-de-Gaulles scheint hier alles viel großzügiger, ein Flughafen zwar der weiten Wege, aber dafür der geräumigen Hallen.

Die Einreise ist unerwartet unkompliziert: Man zeigt seinen Pass vor, bekommt einen Stempel, das war es. Einreisekarten oder andere Formulare muss man hier jedenfalls nicht ausfüllen.

Die Stadt beginnt unmittelbar am Flughafen – oder hat sich in den letzten Jahren bis hierher ausgedehnt. Einer der ersten Eindrücke von Dubai: Ein großes grün getünchtes Gebäude im Stil des europäischen Belle Epoque, im ersten Stockwerk eine Halle mit klassischen Oldtimern, entweder ein Museum oder eine Verkaufsausstellung. Diese Stadt scheint Luxus pur zu bieten.

Dieser Eindruck wird bestätigt, als wir nach 20-minütiger Fahrt unser Hotel, das Metropolitan Palace erreichen: Ein von der Außenfassade sogar noch bescheidener Elf-Geschosser mit Atrium, Springbrunnen, kleiner eigener Shoppingmeile.

Samstag, 18. September 2004: Dubai – Dubai Creek und Al Ras (Gold Souk)

Vom 11. Stockwerk des Metropolitan, vom Dachgeschoss mit dem Swimmingpool aus gesehen scheint der Dubai Creek, die die beiden Stadthälften trennende Wasserstraße und mit seinen Fähren und Dhaus das eigentliche Herz von Dubai, nicht viel mehr als einen Steinwurf entfernt. Zwischen den Hochhäusern auf der anderen Straßenseite blicken wir sogar auf eine Anlegestelle dieser Dhaus. Der Hotelangestellte, der den Gästen die Eingangstür öffnet, gibt uns trotzdem den Rat, ein Taxi zu nehmen.

Ein Taxi benötigen wir zwar nicht, aber doch immerhin rund 15 Minuten, bis wir einen freien Durchgang zur Uferpromenade finden. Dubai ist eine Stadt der Autos, nicht der Fußgänger.

Vom ursprünglichen, arabischen Dubai ist sicher auch nicht viel übrig geblieben, aber die Dhaus, die hier liegen, gehören sicherlich dazu. Die hölzernen, dickbäuchigen Boote dienen auch nur in Ausnahmefällen für touristische Sightseeing-Touren. Die meisten entladen ihre Fracht, die sich nun am Kai stapelt, meist große Pappkartons mit der Aufschrift „Made in China“. Die Hochseeschiffe, die in der Straße von Hormuz vor Anker liegen, warten also nicht unbedingt darauf, selbst in den für sie zu kleinen Creek zu fahren, sondern vielfach wohl auch darauf, dass die Dhaus ihre Fracht übernehmen.

Die Dhau-Fahrt, zu der wir um 11.30 Uhr aufbrechen, beginnt gegenüber dem Gebäude der Stadtverwaltung, dauert exakt eine Stunde und kostet direkt vor Ort bei „Tour Dubai“ gebucht 35 Dirham, also keine zehn Euro pro Person.

Zunächst geht es bei dieser Tour für ein kleines Stück nach Osten, ins Landesinnere – und den neueren Teil von Dubai. Hier vom Creek erschließt sich erst das ganze Bild der modernen Stadt, mit ihren gläsernen Twin-Towers, von denen der eine jeweils das Spiegelbild des anderen aufnimmt, mit dem Turm der Handelskammer oder dem wie ein hoch hinausragendes Segel gebauten Palast der Nationalbank.

Vielleicht noch gut 50 Gebäude aus der Zeit vor Beginn des 20. Jahrhunderts haben den Bauboom des neuen Reichtums überlebt, sagen die Reiseführer – und wenn überhaupt sehen wir vielleicht einige davon weiter im Norden, auf der südlichen Seite des Creek, gleich im Anschluss an die palastartigen Regierungsbauten, im Viertel Bur Dubai. Gleich hinter den Fähranlegestellen scheint es hier in die „Altstadt“ zu gehen, in der über den Dächern der Häuser Minarette und Moschee-Kuppeln herausragen.

Hier, wo sich die beiden als „Altstadt“ – Dubai wurde um 1830 gegründet – bezeichneten Stadtteile Bur Dubai und Al Ras auf den beiden Seiten des Wasserarms gegenüber liegen, vollzieht der Creek einen Knick, um kurz darauf ins Meer zu münden. Wir passieren aber nur noch diesen Knick, sehen auf der Westseite einige lang gezogene alte Prachtbauten, die den einstigen Palastkomplex des Emirs bildeten, heute als Museum genutzt werden und angesichts der modernen Glaspaläste geradezu unscheinbar daherkommen.

Eigentlich wollen wir nach unserer Creek-Tour nach Bur Dubai, dazu mit dem Taxi zur Öffentlichen Bibliothek, von dort dann mit der Fähre über den Creek übersetzen. Das Taxifahren ist erstaunlich billig: Der Grundpreis liegt bei drei Dirham, durch die halbe Stadt geht es für zehn Dirham. Allerdings kennen sich die Taxifahrer wohl auch nur mit den Hotels aus. Unser Fahrer jedenfalls weiß nichts von einer Bibliothek, kann auch den Stadtplan in unserem Reiseführer nicht entziffern, weiß aber, was der Gold Souk ist. Also landen wir im Gold Souk von Al Ras.

Die Häuser hier in diesem Teil der „Altstadt“ dürften alle aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen, aber, um den Eindruck eines „echten“ arabischen Souk zu erwecken, wurde ein Holzdach über die Straße gebaut, ist auf den Wegen im Souk nun nicht nur das Auto- sondern auch das Radfahren verboten. Und selbst Wasserträger, wie man sie sonst aus alten Märchenfilmen über Arabien kennt, gibt es hier. Nur, dass die Wasserträger von Dubai kein Brunnenwasser aus dem Schlauch, sondern Mineralwasser und Softdrinks aus der Plastikflasche verkaufen.

In anderen Orten könnte man die in unförmigen schwarzen Gewändern und völlig verschleierten Frauen womöglich auch für Bettlerinnen halten. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie jedoch in die einzelnen Geschäfte gehen und sich die größten Schmuckstücke aussuchen, spricht dagegen. Das dürften eher Frauen aus dem benachbarten Saudi Arabien sein, die hier auf Einkaufstour gehen und dabei mit für sie unerreichbaren Freiheiten konfrontiert werden. Verschleierte Frauen sieht man nur im Gold Souk häufiger; ansonsten ist in Dubai – wenigstens in der Stadt und inwieweit wir sie bisher gesehen haben – auch das Kopftuch nicht unbedingt die Regel.

Gold wird „Gold Souk“ vor allem in 22 oder 24 Karat angeboten, vielfach schimmert es mit einem Schuss ins Rötliche – und vor allem müssen die einzelnen Schmuckstücke, die oft so dicht nebeneinander in den Schaufenstern hängen, dass man kaum hineinsehen kann, groß sein. Ein Armreif macht offensichtlich nur Eindruck, wenn er wenigstens die Breite einer Hand hat.

In einem Laden entdecken wir Tier- und andere Figuren, von denen wir glauben, sie wären vielleicht vergoldet. Sie sind aber aus purem Gold. Wir kaufen einen kleinen Flötenspieler, der zunächst 490 Dirham kosten soll, für 400, dazu Ohrringe für 265. Die lagen zunächst bei über 300 Dirham. Vielleicht sind die Spannen nicht so groß wie in anderen arabischen Ländern: Aber gehandelt werden muss auch hier in jedem Fall. Auch in dem kleinen Geschäft, wo wir noch eine Armbanduhr kaufen, geht es durch Feilschen noch einmal zumindest um 15 Prozent runter.

Für unser Mittagessen – die Geschäfte des Souk haben inzwischen fast alle geschlossen – finden wir ein kleines Restaurant, in dem ausschließlich Männer sitzen, mit den Fingern essen. Für uns werden für unser Curryhuhn zwar Gabel und Löffel, aber keine Messer gebracht. Besteck ist in den kleinen einheimischen Lokalen nicht sonderlich verbreitet. Dafür ist das Essen billig: Ganze 20 Dirham zahlen wir zwei Personen inklusive der Cola.

Den Rest vom Nachmittag bleiben wir in unserem Hotel am Swimmingpool, gehen dann am Abend in ein benachbartes libanesisches Restaurant zum Essen. Hier isst man mit Messer und Gabel in einem vollklimatisierten Raum, nicht an Gemeinschaftstischen wie am Nachmittag sondern jedes Paar am eigenen Tisch, und man kann sich vom Büfett nehmen, so viel man will. Bei der Rechnung erwarte ich also eine böse Überraschung, die aber bei 80 Dirham ausbleibt. Für nicht einmal zehn Euro pro Person bekommt man ein Büfett! Dubai mag zwar luxuriös erscheinen – wirklich teuer ist es wenigstens aus europäischer Sicht nicht.

Sonntag, 19. September 2004: Dubai – Al Ras (Gold Souk), Bur Dubai (Bastakiya, Bastakia)

Nach dem Frühstück geht es wieder mit dem Taxi zum Gold Souk von Al Ras.

Zu den Annehmlichkeiten vom Gold Souk zählt – im Unterschied zu anderen Souks in arabischen Ländern – dass man hier doch ziemlich ungestört die prächtigen Schaufensterauslagen studieren kann, ohne gleich von einem Verkäufer angesprochen und mehr oder weniger penetrant ins Geschäft gezerrt zu werden. Angesprochen wird man, das aber doch sehr häufig, lediglich von diskreten jungen Männern, die fragen, ob man Interesse an Rollex-Kopien oder anderen nachgemachten Markenuhren hätte. Immerhin sind das doch ehrliche Händler: Sie sagen von vornherein, dass ihre Ware nicht echt ist.

Durch den Al Shindagha-Tunnel fahren wir unter dem Creek hindurch auf die andere Seite, in den Stadtteil Bur Dubai, in den historischen Kern von Dubai.

Das Taxi hält gleich am Al Fahidi Fort, der Festung, von der um das Jahr 1830 die Gründung von Dubai ausging. Heute beherbergen die Mauern dieser eher bescheidenen Festung, die kaum mehr als die ummauerte Residenz eines Stammesfürsten war, das Dubai Museum.

Das größte Exponat sieht man bereits von der Straße aus, außerhalb der Festungsmauern: Eine Dhau, auch die eher von bescheidener Statur.

Der Eintritt in die Festung kostet drei Dirham. Dafür darf man nun im Hof die europäischen Bronzekanonen aus dem 17. Jahrhundert bewundern, die hundert Jahre später in den Kämpfen an der „Piratenküste“ immer noch ihre Dienste taten, kleine hölzerne Boote, und schließlich die Nachbildung einer aus Bast geflochtenen Hütte, wie sie noch vor der Gründung Dubais als leichte Behausung der Einheimischen üblich war. Wenn aber auch die Einrichtung dieser Hütten so war, wie hier im Museum nachgebildet, so war sie doch schon alles andere als primitiv: Betten gab es ebenso wie etwa Tische aus Kamelleder.

Unter einem der Türme befindet sich ein Gewölbe, das für eine Ton-Dia-Show über die Geschichte Dubais hergerichtet wurde. Sehr informativ ist diese Show allerdings nicht: Dafür beschäftigt sie sich zu sehr mit den Errungenschaften des modernen Dubai.

Die Exponate, die man ansonsten in den Sälen sieht, sind die Stücke, die in einem Museum dieser Art nicht fehlen dürfen: Schwerter, Dolche, Lanzen – und schließlich auch die arabischen Nachbauten der europäischen, insbesondere der englischen Gewehre des 19. Jahrhunderts.

An der Großen Moschee vorbei gehen wir hinunter zum Creek, eigentlich auf der Suche nach dem Ortsteil Bastakiya, dem Ortsteil, der kurz nach dem Bau des Fort Al Fahidi entstanden ist. Statt dessen landen wir im Souk Al Khabeer, dem Textil-Souk, ebenfalls ein Viertel, das für die Verhältnisse Dubais schon alt ist, aber eben doch eindeutig – wenn auch vielleicht aus dem frühen – 20. Jahrhundert. Wie im Gold Souk sind auch hier Holzdächer über die engen Straßen gebaut, die nun in der ansonsten fast unerträglichen Mittagshitze wenigstens Schatten spenden. Bei den meisten Geschäften sind die hölzernen Läden allerdings verschlossen. Zwischen 13 und 16 Uhr kapituliert Dubai vor der Hitze.

Übrigens scheint der Textil-Souk fest in der Hand indischer Einwanderer. In einer der engen Gassen abseits der Hauptrouten des Souks entdecken wir sogar einen hinduistischen Tempel.

Um zum Ortsteil Bastakiya oder auch Bastakia zu gelangen, müssen wir allerdings zunächst zurück zum Fort, laufen von da weiter ein kurzes Stück die Hauptstraße nach Osten, haben dann nach einigen hundert Metern beim großen Kreisverkehr, in dessen Mitte ein modernes Denkmal steht, den Ortsteil Bastakiya erreicht. Erkennen können wir das allerdings nur daran, dass ein Kaffeehaus den Namen „Art Basta“ trägt; auch die Einheimischen, die wir in unmittelbarer Nähe nach dem Ortsteil fragten, hatten davon noch nie gehört.

Bewohner hat die Keimzelle von Dubai derzeit wohl nicht: Aber in einigen der wenigen Häuser sind öffentliche Einrichtungen und Organisationen untergebracht, etwa die Philatelistische Gesellschaft der Emirate, eine Architektenorganisation, ein Museum für arabische Kalligraphie. Dazu gibt es neben dem Kaffee auch eine Galerie, die jetzt aber auch geschlossen hat.

Dieses ursprüngliche Dubai war kaum mehr als ein unbedeutender Flecken am Creek, eine Ansammlung von gemauerten Häusern, teilweise mit hölzernen Balkonen, fast alle Gebäude mit den typischen Windtürmen an den Hausecken. Doch nicht einmal ein Handelszentrum dürfte dieses Dubai gewesen sein. Denn kaum eines dieser Gebäude, die hier originalgetreu rekonstruiert wurden, weist nach außen sichtbare Geschäftsräume aus. Es sind schweigende Außenmauern, die nicht einmal Sichtfenster nach außen haben, eben typisch für die wirklichen arabischen Altstädte, deren Bewohner nichts von innen nach außen dringen lassen wollten, deren Häuser auch nichts darüber verrieten, wie wohlhabend oder arm die jeweiligen Bewohner waren.

Nach unserem Streifzug durch Bastakia gehen wir zurück Richtung Textil-Souk, nehmen für einen halben Dirham pro Person eine der offenen Fähren, um auf die Nordseite des Creek zurück zu kehren, fahren dann mit dem Taxi wieder ins Hotel.

Montag, 20. September 2004: Dubai (Emirat Dubai) – Al Dhaid (Emirat Sharjah) – Masafi (Emirat Ras Al-Khaimah) – Hajargebirge – Fujairah – Khor Fakkan (Emirat Sharjah)

Um 12.20 Uhr, mit 20 Minuten Verspätung, werden wir zu unserem Transfer nach Khor Fakkan an der Ostküste der Emirate, am Golf von Oman abgeholt. Und unser rund 155 Kilometer langer Trip quer durch die Emirate führt uns tatsächlich durch vier der insgesamt sieben Emirate. Der Ortsunkundige merkt die „Grenzübertritte“ allerdings nicht: Schlagbäume gibt es natürlich nicht, aber auch keine Polizeistationen und nicht einmal Hinweisschilder.

Doch zunächst einmal gilt es, Dubai zu verlassen – was in der Stadt der ununterbrochenen Rush Hour auch kein einfaches Unterfangen ist. Etwa ab Höhe des Flughafens lassen wir jedoch den dichtesten Verkehr hinter uns, kommen nun doch zügig vorwärts. So groß uns der Flughafen bei der Einreise übrigens auch erschien: Für Dubai scheint er immer noch zu klein. Jedenfalls wird rundherum an seiner Erweiterung gebaut.

Auch der erste Eindruck von Dubai als der Stadt des Luxus relativiert sich nun bei Tageslicht und außerhalb der City: Die monotonen, einfachen und schlichten Massenquartiere lassen jedenfalls kaum vermuten, dass deren Bewohner besonders wohlhabend sein könnten.

Dafür ist die Universität von Sharjah wieder ein üppiger Prachtbau – und auch so ziemlich das einzige, was wir von Sharjah-City zu sehen bekommen. Wir biegen auf die Wüsten-Autobahn ab, eine fast gerade gezogene breitspurige Asphaltpiste, die uns an mit spärlichen Büschen bewachsenen Sanddünen vorbeiführt. Merkwürdig: Areale in der Wüste sind durch Zäune voneinander abgegrenzt, und in einem dieser Areale, gleich neben der Autobahn, äsen die Mitglieder einer Kamel-Familie. Möglicherweise werden die einzelnen Wüstengrundstücke als Weideflächen genutzt.

Ziemlich mitten in der Wüste liegt die Provinzstadt Al-Dhaid, ein unscheinbares Provinznest, in dem man sich beim Durchfahren fragt, welche Funktion dieser Ort an diesem Platz überhaupt hat. Die Häuser hier sind meist einstöckig, die Geschäfte an der Straße nicht viel mehr als Kioske, jedenfalls verglichen mit den Geschäften von Dubai, aber in der Umgebung von Al-Dhaid ist immerhin etwas von Landwirtschaft zu entdecken. Al-Dhaid, ein Oasenstädtchen, in dem sich der Ölboom zumindest im Stadtbild kaum bemerkbar macht.

Die einzelnen Emirate haben keine klar überschaubaren Territorien, sondern bilden mit ihren gegenseitigen Enklaven ein regelrechtes Patchwork, bei dem so ziemlich jedes Emirat weitere Landesteile außerhalb seines eigentlichen Kerngebietes hält. Masafi, die Stadt, die wir als nächstes passieren, ist so auch die nördlichste Stadt des südlichen Teils des Emirats Ras Al-Khaimah, wobei sich, so jedenfalls der Reiseführer, Ras Al-Khaimah und das Nachbar-Emirat Fujairah die Stadt einfach teilen.

Masafi kündigt sich mit offenen Verkaufsständen für Teppiche, direkt an der Straße an: Ein Verkaufsstand neben dem anderen. Die meisten Teppiche, die hier ausgestellt werden, wirken nicht einmal besonders edel, sondern eher kitschig, beispielsweise mit den übergroßen Bildern von Rassepferden. In jedem Fall hat sich, soweit man beim Vorbeifahren sieht, Masafi seinen Ruf als Zentrum des Teppichhandels innerhalb der Emirate verdient.

Und nicht nur mit Teppichen wird hier gehandelt. Im Anschluss an die Teppichstände folgen die Verkaufsstände für Obst, wobei so ziemlich alles angeboten wird, was es an Obstsorten gibt. Das Emirat Ras Al-Khaimah gilt schließlich als die Korn- und Obstkammer der Emirate.

Kurz nach Masafi erreichen wir die Ausläufer des Hajargebirges. Doch diese Ausläufer erinnern weniger an Gebirge, an Berge, die man besteigen kann, sondern an aufeinandergeschüttete Kohlehalden, dunkel bis schwarz, auf dem flachen Boden eine Halde neben der anderen, dazwischen schmale Durchgänge, auf denen die Transporter neue Kohle anfahren können. Grün fehlt hier ebenso wie auf einer echten Kohlehalde: Nur ab und an hat sich ein magerer Strauch auf einem kleinen Stück Erdkrumen auf dem dunklen Gestein festgekrallt.

Wieder an der Küste passieren wir Fujairah, die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats. Wir fahren nicht durch die Stadt hindurch, sondern umgehen sie – aber was man von ihr sieht, lässt Fujairah als Dubais kleine Schwester erscheinen. Selbst einige der Büro- oder Geschäftstürme sind ihren Pendants in Dubai zum Verwechseln ähnlich.

Die Küstenstraße nach Norden geht es nun nach Khor Fakkan, damit zurück ins Emirat Sharjah. Zunächst kommt man am Hafen vorbei, ein Industriehafen, dessen Größe auch zu einer bedeutenderen Stadt als Khor Fakkan passen würde. Was wir von Khor Fakkan sehen ist eine Geschäftsstraße – und schließlich eine großzügige Strandpromenade mit einem breiten Rasenstreifen vor dem langläufigen weißen Sandstrand. Am Ende dieser Strandpromenade liegt unser Hotel, das sechsgeschossige Oceanic. Unser Zimmer liegt im fünften Stock, von wo aus wir auf die südliche Seite der Bucht mit dem Hafen und der vorgelagerten Hai-Insel – ihr Felsen erinnert ein klein wenig an eine Haiflosse – blicken.

Dienstag, 21. September 2004: Khor Fakkan – „Martini Rocks“ – Shark Island

Zu unserem Hotel, in der Mitte einer kleinen Bucht gelegen, gehört auch eine Padi-Tauchschule, die „Divers Down“. Gegen zwölf Uhr mittags starte ich also zu meinem ersten Tauchgang am Martini Rocks, einem 20 Meter tiefen Tauchplatz in der Nähe des Hafens und von Shark Island. Der Tauchplatz verdankt seinen Namen dem Aussehen der Bucht, die – mit den bis an den Strand reichenden dunklen Bergen – das Aussehen eines Martiniglases haben soll. Allerdings bedarf es schon einiger Vorstellungskraft, um die Ähnlichkeit mit einem Martiniglas zu entdecken.

Die Unterwasserwelt hier ist die Fortsetzung des Hajargebirges, bestehend aus dunklem Gestein, mit Canyons und „Wüstenstraßen“ zwischen diesen Felsformationen in Miniaturausgabe.

Auf den Steinen haben sich ganze Seeigel-Kolonien niedergelassen, dazwischen entdeckt man immer wieder Seesterne. Der Höhepunkt des Tauchganges: Von den zehn meist jungen Schildkröten, die hier leben, sehen wir zwei, die erste davon, nicht sonderlich groß, teilweise mit Muscheln, die wie festgewachsen auf ihrem Panzer sitzen. Dazu bekommen wir eine helle Muräne zu Gesicht – und schließlich kreuzen zwei Kofferfische, wohl knapp einen Meter lang, mit ihren riesigen fast viereckigen Köpfen unseren Weg.

Gegen 15 Uhr brechen wir dann zum zweiten Tauchgang des Tages auf, diesmal nach Shark Island. Hier geht es bis 14 Metern hinab in die Tiefe, auf sandigen Boden, durchsetzt von dunklen, korallenbewachsenen Steinbrocken, auf denen sich wieder wie schon bei Martini Rocks die Seeigel-Kolonien niedergelassen haben, während auf dem sandigen Grund Hunderte von Cucumbers, wie Mike, der Divemaster sie nennt, ruhen: Schwarze Fische mit dem Aussehen von Nacktschnecken, aber mit ihren 30 und mehr Zentimetern Länge dafür um einiges zu groß - Seegurken. Drei mal sehen wir, jeweils in einer Entfernung von vielleicht fünf Metern, große Schildkröten. Doch leider ist die Sicht zu schlecht, um mehr als die Konturen wahrzunehmen. Aber einen Umfang von mindestens eineinhalb Metern dürften sie doch schon erreicht haben.

Dann lassen wir uns von der Strömung treiben, tauchen dann über einem regelrechten „Korallenwald“, der – von oben betrachtet – wirklich das Aussehen eines dichten Herbstwaldes mit runden, rotbraunen Baumkronen hat. Innerhalb dieser „Baumkronen“ haben sich Muscheln eingenistet, gehen einige unterarmgroße braune Fische auf Beutesuche.

Mittwoch, 22. September 2004: Khor Fakkan – „Car Cemetry“

Der erste Tauchplatz des Tages, Car Cemetry, liegt einige Buchten nördlich unseres Hotels, einige Kilometer vor dem Meridian-Hotel. Vor rund 20 Jahren wurden hier einige Dutzend – manche Reiseführer sprechen von 200 – Autowracks versenkt, um auf dem ansonsten sandigen Boden in 16 Meter Tiefe künstlich eine Tauchattraktion zu schaffen.

Das Experiment ist jedenfalls gelungen. Bei den rostigen Überresten der Autowracks ist zwar nicht mehr auszumachen, welche Marken sich dahinter einst verborgen haben, aber die inzwischen von Korallen überwachsenen Wracks haben sich zum Unterschlupf schwarzweiß gescheckter Muränen entwickelt, die zwischen den Karosserie- und Motorteilen darauf lauern, dass sich einzelne Mitglieder der großen Schwärme kleinerer bunter Fische in ihre Nähe hin verirren. Auch die großen Braunen sind hier wieder auf Jagdzug, verfolgen ihre Beute bis in die Wracks hinein, ohne dabei sonderlich viel Angst vor den Muränen zu zeigen.

Auf dem sandigen Boden entdecken wir dazu zwei große Rochen, wobei der erste sich allerdings nicht mehr rührt, nach Meinung von unserer Divemasterin wohl bereits das Zeitliche gesegnet hat. Der zweite unternimmt zwar auch keine Anstalten, vor uns davonzuschwimmen, bewegt sich aber immerhin, also in jedem Fall ein lebendes Exemplar.

Am Nachmittag fahren wir noch einmal hinaus zum Martini Rocks.

Donnerstag, 23. September 2004: Fujairah

Eine Taxifahrt vom Oceanic Hotel in Khor Fakkan nach Fujairah – immerhin eine Taxifahrt in ein anderes Emirat – kostet zwischen 20 und 25 Dirham, also 20 für die Einheimischen, 25 für Touristen. Besondere Angst vor Übervorteilung ist trotz unterschiedlichen Preisgefüges allerdings überflüssig: Die Fahrer müssen ihre Kennkarten mit Lizenznummer im Wagen haben. Selbst die Staatsangehörigkeit ist auf den Kennkarten vermerkt. Unsere Erfahrung des Tages. Wir benutzen insgesamt vier Taxen – und alle Fahrer kommen aus Pakistan.

Und die Ortskenntnis der Taxifahrer ist nicht immer die beste, so, wie es mitunter auch an Ortskenntnissen mangelt, wenn das Ziel kein großes Einkaufszentrum oder bekanntes Hotel ist. Unser erstes Ziel ist das Museum von Fujairah mit dem benachbarten Fort und der antiken Stadt, doch das kennt unser Fahrer nicht. Auch der Ladenbesitzer in Fujairah, den er nach dem Museum fragt, antwortet mit einer Gegenfrage: „Von welcher Firma?“

Trotzdem kommen wir schließlich am Museum an, sehen von weitem auch das Fort, das sich auf einem einsamen Felsen in der Ebene unterhalb der Hajarberge erhebt.

Fujairahs Museum, der Eintritt beträgt drei Dirham, ist einem zweistöckigem Gebäude untergebracht, wobei das obere Stockwerk allerdings gerade renoviert wird. Nun also sind nur im ersten Stock zu sehen die obligatorischen Gewehre, aber auch die Modelle der verschiedenen Forts und Burgen im ganzen Emirat, dazu viele Stücke, die die weitreichenden Verbindungen der Piratenküste beweisen. Dazu gehören chinesisches Porzellan, Silbermünzen aus dem siebten Jahrhundert, schließlich aber Beispiele der modernen Münzprägung des Emirats Fujairah bis 1972. Das sind dann Silbermünzen zu den Olympischen Spielen in Münzen, eine Goldmünze auf US-Präsident Richard Nixon – also offensichtlich Münzen, die von vornherein nicht für das eigene Land, sondern für einen weltweiten Sammlermarkt hergestellt wurden. Schließlich ist Fujairah, noch immer das ärmste der Emirate, als einziges ohne eigenes Erdöl-Vorkommen.

Aber Fujairah scheint dafür eine länger zurück reichende Geschichte als die anderen Landesteile zu haben. Fotos der Felszeichnungen aus der Nähe belegen, dass die Region bereits in der Bronzezeit besiedelt war. Dazu gibt es im Museum ja auch Werkzeuge aus dieser Periode zu bestaunen, etwa kleine Äxte, die bei Grabungen in der Region gefunden wurden.

Das Fort Fujairah ist aus einer weit späteren Periode, aber seine ältesten Mauern sind auch schon immerhin rund 500 Jahre alt. Und vor 500 Jahren muss das Bauwerk, das über die kleine Siedlung ummauerter Gehöfte wacht, auch wirklich beeindruckend gewesen sein, um einiges größer als das um einiges jüngere Fort Dubai, dafür aber auch die beschützte Siedlung, gelegen zwischen Palmenhainen, um einiges kleiner.

Wobei: Größenangaben über dieses frühe Fujairah sind gewagt. Nur ein Teil der Siedlung ist bisher rekonstruiert, und darum herum stehen noch einige verfallende Mauern, die auch so solchen Gehöften aus der Periode von Fujairahs Ursprüngen gehört haben könnten.

Macht Fujairah bei der Vorüberfahrt vielleicht noch den Eindruck, es wäre Dubais kleine Schwester, so konkretisiert sich das bei der eigentlichen Stadtbesichtigung: Fujairah ist allenfalls die sehr viel kleinere und wohl auch um einiges weniger wohlhabende Schwester der großen Metropole auf der anderen Seite der Emirate. Die ähnlich scheinende Shilouette kommt von einigen wenigen Hochhäusern, das mit Abstand höchste teilweise ein Einkaufszentrum, doch dazwischen liegen dann doch eher bescheidene Bauten, und an den Rändern der Stadt erinnern die alten Gebäude teilweise an typisch arabische Dörfer, in denen man auch keine Ölscheiche vermutet.

Gegen 13 Uhr fällt die Stadt fast in einen Tiefschlaf, haben nur noch einige kleinere Restaurants geöffnet, für uns allmählich Zeit, nach einem Abstecher an die menschenleere Strandpromenade nach Khor Fakkan zurück zu fahren.

Freitag, 24. September 2004: Khor Fakkan – Inchcape I (Fujairah) – Bidiyah (Fujairah) - Dibba (Fujairah/Sharjah) – Masafi (Ras al Khaimah) – Margham (Dubai, Dubai Desert Conservation Park)

Unser Tauchgang am Morgen führt ins vor die Küste von Fujairah, in der Höhe des Meridian-Hotels, zum Tauchplatz Inchcape I, einem auf exakt 30 Meter Tiefe liegenden etwa 25 Meter langen Lotsenschiff, das in seiner aktiven Zeit den Hochseeschiffen den Weg in den Hafen von Khor Fakkan wies.

Wir steigen an der Leine ab, kreuzen auf halbem Weg die Route eines großen Schwarms gelb gestreifter kleinerer Fische, erreichen dann den Grund unmittelbar am Wrack.

Das ist noch ungewöhnlich gut erhalten; selbst die Autoreifen, inzwischen alle über und über mit Muscheln und Korallen bewachsen, hängen noch an den Außenwänden. Auf dem Deck tummeln sich nun wieder in Scharen die kleinen Gelbgestreiften, dazwischen gehen einige größere Braune auf Jagd. Die lila Falterfische scheint das alles aber nicht zu kümmern.

Die beiden Höhepunkte des Tauchgangs: Eine riesige schwarz-weiß gescheckte Muräne schaut mit ihrem weit aufgerissenen Maul aus dem Hohlraum mit der Winde für die Ankerkette. Der Größe des Mauls nach zu urteilen misst das Tier mindestens 1,80 Meter Länge. In der Brücke hat sich unterdessen ein nicht minder gewaltiger Barrakuda heimisch eingerichtet, lässt sich auch durch die gaffenden Taucher nicht in seiner Ruhe stören.

Um 15 Uhr brechen wir zu unserer Tour zu den Sanddünen der Arabischen Wüste auf, einer Tour, die uns zurück ins Emirat Dubai führt, zur Ortschaft Margham, in den Dubai Desert Conservation Park.

Da unser Fahrer noch zwei weitere Gäste aus dem Meridian-Hotel anholen muss, fahren wir also zunächst nach Norden, verlassen nach wenigen Kilometern das Emirat Sharjah, erreichen das kleine Fischerdorf Bidiyah oder auch Bidiya, berühmt für die älteste Moschee auf dem Gebiet der Vereinigten Emirate. Von der Straße sieht man zunächst die beiden runden steinernen Wachtürme, die auf den Felsen oberhalb des unscheinbaren Baus mit seinen gewundenen Kuppeln stehen. Die über 500 Jahre alte Moschee wird immer noch als Moschee genutzt – und unser Fahrer ermahnt mich, darauf zu achten, nicht aus Versehen einheimische Frauen zu fotografieren, wenn ich die Moschee aufnehme.

Auf den nächsten Kilometern passieren wir mehrere kleine Fischerdörfer, wobei, so versichert unser Fahrer, nur noch die alten Männer als Fischer arbeiten. Die jüngeren Einheimischen haben alle einen Job bei der Regierung, der wohl mit einem ansehnlichen Gehalt, aber nicht unbedingt mit viel Arbeit verbunden ist. Wobei: Unser Fahrer kommt aus Kandy in Sri Lanka, so, wie alle, mit denen wir bisher zu tun hatten, nicht aus den Emiraten stammen. Mit Einheimischen selbst hatten wir bisher streng genommen noch gar keinen Kontakt gehabt.

Dibba ist der nördlichste Punkt auf unserer Fahrt, ein weit zerstreuter Ort, in dem – wie auch den anderen Orten, die wir bisher passierten – fleißig an neuen Villen gebaut wird. Dabei ist Dibba dreigeteilt: Die eine Seite der Straße, auf der wir fahren, gehört zu Sharjah, die andere zu Fujairah – und der nördliche Teil, den wir allerdings nicht kreuzen, zum Oman. Die gewaltige Moschee mit ihren Minaretten, die in dieser Stadt ohne Hochhäuser die höchsten Bauwerke sind, wird aber wohl von allen gemeinsam genutzt.

Bei Dibba geht es nun ins Hajargebirge. Die Ziegen am Straßenrand seien Wildziegen meint unser Fahrer, so, wie es auch Antilopen und Gazellen in den Bergen geben würde. Wir bekommen allerdings nur diese kleine Ziegenherde zu Gesicht.

Am Ortseingang zu Masafi – den zum Emirat Ras Al Khaimah gehörenden Ort hatten wir ja schon auf unserer Fahrt nach Khor Fakkan passiert – fällt am Nordeingang ein nachgebautes altarabisches Wüstendorf auf, bestehend aus kleinen Hütten aus Palmmaterial, ähnlich den Hüten, die wir auch im Museum von Dubai gesehen haben. Unser Fahrer macht uns auf die zahlreichen tief ausgegrabenen Wadis, fast schon Canyons aufmerksam, die wie grüne Oasen inmitten der allgemeinen Trockenheit erscheinen. Bis in die siebziger Jahre, so unser Fahrer, wären diese Wadis die Straßen der Jeeps gewesen. Ansonsten hätte man das Hajargebirge zu der Zeit nur mit Kamelkarawanen überqueren können, weil die Straße noch nicht gebaut war.

Etliche Kilometer später verlassen wir das Gebirge, erreichen allmählich die Ausläufer der Sandwüste mit ihren ersten Dünen. Wir sind wieder im Emirat Dubai, im Dubai Desert Conservation Park, in der Nähe der kleinen Ortschaft Margham, von der wir allerdings nur in der Ferne das Minarett der Moschee sehen. Unser Ziel sind die Sanddünen und die Kamelkarawansei.

Eine der beliebstetes Freizeitaktivitäten in den Emiraten scheint es zu sein, mit dem Geländewagen über die Sanddünen zu sein. Einige Kilometer vom Wüstenpark hatten wir noch ein solches Freizeitgelände gesehen, wo auf der einen Seite die Einheimischen mit ihren Landcruisern eine große Düne nahmen, nun geben wir uns in dem angeblichen Naturschutzgelände dem gleichen, an eine Achterbahnfahrt erinnernden, aber ökologisch zweifelhaften Vergnügen hin.

Interessanter als die Dünenraserei – etliche Wagen bleiben im feinkörnigen Sand stecken – sind aber die Farbschattierungen der Wüste. Mineralien haben hier für insgesamt sieben verschiedene Sandfarben gesorgt, von Weiß über Lila bis zu Braun und Rot. Ab und an wachsen hier noch einige Sträucher, es gibt in der Nähe der Kamelstation sogar einen kleinen Hain. Die Kamele, die in dieser Kamelstation gehalten werden, versorgen sich tagsüber selbst mit Futter – und begegnen uns nun immer wieder einzeln oder auch zu zweit auf ihrem Heimweg.

Nach unserem Besuch der Kamelstation geht es nun zu dem Camp, wo für die einige Hundert Touristen das Abendessen vorbereitet wird – begleitet erwartungsgemäß von einer Bauchtanzvorführung.

Samstag, 25. September 2004: Khor Fakkan – Car Cemetry, Shark Island

Wir besuchen zwei schon bekannte Tauchplätze, gegen 12 Uhr zunächst Car Cemetry, dann gleich im Anschluss Shark Island.

Am Car Cemetry nehme ich diesmal vor allem den versenkten Truck in Augenschein. Wir sehen mehrere Muränen, darunter zwei sehr große, beide schwarz-weiß gescheckt, eine davon mit einem gelblich schimmernden Kopf, die andere sicherlich ihre zwei Meter lang. Dazu sehen wir unendlich viele Seesterne und auch Seeigel, zwischen deren Stacheln die kleineren Fische eine sichere Deckung haben, eine rötliche Seeschnecke, etliche Feuerfische und, unscheinbar aber gefährlich, einige Steinfische. Kurz vor dem Wiederauftauchen entdecken wir einen kleineren im Sand vergrabenen braun gepunkteten Rochen.

Auch vor Shark Island sehe ich einige Muränen, aber um etliches kleiner als am Autofriedhof. Dazu tummeln sich hier etliche Trompeterfische und natürlich wieder Schwärme von gelb gestreiften Zebrafischen.

Höhepunkt des Tauchganges vor Shark Island wieder: Vor uns steigt eine mittelgroße Schildkröte vom Grund auf. Es scheint, als fehle dem Tier ein hinteres Bein – doch das Handicap hindert sie nicht daran, majestätisch davon zu schwimmen.

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