Vielleicht würde Erich Fromm sagen:

Entweder man ist moralisch oder man hat Moral.

Wenn ich Moral habe, kann ich sie - je nach Bedarf - auch wieder "abgeben".

Wenn ich moralisch bin, brauche ich weder "Morallehrer" noch irgendwelche heiligen Schriften -  weil ich gar nicht anders kann. Weder heucheln noch zweifeln.

Vielleicht bin ich das aufgrund eines ausgesprochen guten Geschmacks, der jedes Leiden als unästhetisch und würdelos empfindet. (Manche sagen ja auch, dass gerade das Leiden jemandem Gott näher bringt - Was leicht gesagt ist.)

Vielleicht bin ich ja aber auch ein Mensch, der vor Liebe und Mitgefühl überfließt und instinktiv erkennt, wer dieser wirklich bedarf. Dazu kann man aber niemanden zwingen. Das wäre zutiefst unmoralisch.

Dann klappt`s auch mit dem Nachbarn.