Das einzige, was am Menschen unzerstörbar ist,

ist die reine Fähigkeit zu empfinden.

Und die im Grunde einzige Angst, auf die sich alle anderen Ängste zurückführen lassen, ist die Angst, zukünftig etwas empfinden zu müssen, was man nicht will.

Darauf beruht die Angst vor Verlust, die Angst vor seelischem und körperlichem Schmerz, die Angst vor dem Tod, die Angst vor der Zukunft und vor Veränderung etc. - und der Wunsch nach Betäubung und Ablenkung.

Ich halte die Angst vor dem Tod nicht für eine Angst vor der "Nicht-(mehr)-Existenz", sondern eher für die Angst vor Schmerzen und vor dem, was "danach" kommt.

Alles andere, was an dieser puren und reinen Fähigkeit zu empfinden "vorüberzieht", einschließlich unseres Körpers und unserer Gedanken, ist das "Leben" und der damit untrennbar verbundene Wandel. Gäbe es in uns keinen "fixen Punkt" außerhalb von Raum und Zeit und Bewegung, so könnten wir diese gar nicht wahrnehmen/empfinden. Auch unser "Ich" ist Teil des Lebens und daher vergänglich.

Wenn es so etwas wie ein "Jenseits" gäbe, gäbe es auch dort einen Wandel. Und wo es Wandel und Veränderung gibt, ist nichts von ewiger Dauer, denn sonst gäbe es keinen Wandel.

Was ist also dieses "reine Subjekt", das sich in den Weltreligionen von seinem "Unterworfen-Sein" (subjectare=unterworfen, ausgesetzt sein) erlösen möchte?

Es ist das, was den "Urknall" durch eine Art Selbstopfer ausgelöst hat - und seitdem aus der Materie in stetig höhere Bewusstseinsstufen evolviert.

Vielleicht war es ja aber auch ein erotischer Akt. Aber auch das ist eine Art Selbstopfer.