PecuniaOlet

..und erlöse uns von den Staaten

Das Verb "erlösen" im Sinne von "auslösen" (griech. "akoluo") bezog sich in der Antike auf das Freikaufen von Sklaven.

Haben Natur- oder (halb)nomadische Völker, wie zum Beispiel die Massai, ein Bedürfnis nach Erlösung? Ich glaube nicht - man muss ihnen schon sagen, dass das Leben eigentlich beschissen ist. Hatten sie je Sklaven?

Siddharta Gautama, Buddha und Prinz aus wohlhabendem Hause, hatte auch erst das Bedürfnis nach Erlösung, als er der Armut und des Elends "draußen" gewahr wurde. Lieber erlöst sein, als später unter Umständen krank und arm geboren. Auch die Juden wollten erlöst sein vom übermächtigen Imperium Romanum.

Empfanden Angehörige von Wildbeuterkulturen, oder auch später noch die Germanen, das Leben als eine Bürde und Schuld, von der es sich zu erlösen galt?  Nichts dergleichen bekannt.

Seit wann gibt es denn sogenannte "Erlösungsreligionen"? Vielleicht, seit es Staaten und deren Vorformen gab? Seit es unterschiedliche Klassen Mensch gab? Freie und Sklaven, Arme und Reiche? Seit es schreckliche Seuchen und Hungersnöte gab, die ebenfalls dem engen Zusammenleben innerhalb von Städten geschuldet waren? Man weiß es nicht genau.

Ich glaube: Der Grund für das Entstehen von "Erlösungsreligionen" war in erster Linie das Entstehen von Staat und Ökonomie.