PecuniaOlet

Die grandiose Einfalt mancher Naturforscher

"Computer werden uns irgendwann geistig überlegen sein, denn unsere Kerndomäne des Denkens ist etwas Biologisches. Das kann man mit genügend Wissen und Infrastruktur nachbauen."

Nicht nur Herr Güntürkin, sondern auch Herr Stephen Hawking träumt oder phantasiert auf  ähnliche Weise: "Da der Mensch durch langsame biologische Evolution beschränkt ist, könnte er nicht konkurrieren und würde verdrängt werden", so Hawking in der Financial Times zu den Gefahren künstlicher Intelligenz. Und: Ob die Maschinen irgendwann die Kontrolle übernehmen, werde die Zukunft zeigen.

Mögen mich manche auch für arrogant halten, als Nicht-Naturwissenschaftler "Koryphäen" der Naturwissenschaft zu widersprechen oder gar zu belächeln. Mein Respekt solch Forschern gegenüber sinkt jedoch in dem Grade als sie von einer Möglichkeit sogenannter "starker KI" schwadronieren. Insbesondere dann, wenn Begriffe wie "Geist" und "geistig" vorher nicht definiert werden, offenbar davon ausgehend, dass jeder dasselbe darunter versteht.

Die sogenannte "Schwache KI" ("schwache" künstliche Intelligenz) stellt kein Problem dar, und ist uns in vielen Bereichen bereits überlegen. Das ist aber auch folgerichtig und keineswegs gefährlich, sondern hängt von der Programmierung ab. Denn solche KI verfügt über technische Intelligenz, deren Leistungsfähigkeit lediglich jene der menschlichen bei weitem übertrifft. Dies gilt auch für Lernprozesse durch entsprechendes "Feed-Back". Schachcomputer, die eine unvorstellbare Anzahl von Zügen und Strategien vorausberechnen und jene des Gegenüber "erahnen" können, Roboter, die irgendwann selbstständig den Haushalt führen und sogar kochen könnten...etc, Computer, die durch sinnvolles Verhalten und/oder sinnvolle Kommunikation den Anschein von Bewusstsein vermitteln, militärische Roboter, selbst eine Art Cyborg (Cybernetic Organism), dessen menschliche Gedächtnis-, Rechen- und "Logik"-Leistung technologisch erweitert und perfektioniert wurde, sind denkbar.

Niemals aber wird eine Maschine über einen eigenen Willen verfügen, Schmerz, Trauer, Freude, Gier oder Angst verspüren, sich nach Liebe sehnen, schlafen und träumen, ein Gedicht interpretieren oder irgend eine Art von ästhetischem Sinn oder "Ich"-Bewusstsein haben. Der "Erleber" im Menschen ist nicht "nachzubauen". Jedes Wirbeltier wird stets ein größeres Wunder bleiben als die komplizierteste vom Menschen erschaffene Hochtechnologie.

Das bedeutet, dass künstliche Intelligenz auch nicht auf die "Idee" käme, mal schnell die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dahinter können stets nur Menschen stecken. Weshalb das so ist, habe ich in mehreren Beiträgen erläutert, von denen ich ersteren leider trotz Suchfunktion nicht mehr auffinde (Kritische versus Technische Intelligenz, Das Geheimnis von Bewusstsein und Sprache Teil 1 und 2). Letzten Endes kann man das aber - wie das Gegenteil- nicht beweisen. Der menschliche Verstand jedoch ist ein Wurm gegen den Geist und die Weisheit der Natur.

Die ersten drei der folgenden Welträtsel werden mittels des menschlichen Verstandes (und erst recht nicht mittels dem einer Maschine) niemals zur Gänze gelöst werden können:

  1. Das Wesen der Materie und Kraft
  2. Der Ursprung der Bewegung
  3. Die Entstehung der Empfindung
  4. Die Entstehung des Lebens
  5. Die zweckmäßige Einrichtung der Natur
  6. Das menschliche Denken und Sprechen.
  7. Die Willensfreiheit

Ein achtes fehlt noch: Das Wesen des Menschen. Dies war selbst dem Buddha ein Rätsel.