Das Paradies auf Erden

wird es auch dann nicht geben, wenn wir eine am Gemeinwohl orientierte Marktwirtschaft mit einem humanen Geldsystem haben. Ob das jemals der Fall sein wird, oder ob es eher in Richtung einer totalitären NWO ohne Bargeld und mit implantierten RFID-Chips geht, zeigt die Zukunft.

Allerdings mag ich hemmende Aussagen nicht wie: "Ihr jammert über das verlorene Paradies. Das könnt Ihr auch nicht ändern." oder "Jeder Versuch, das Paradies auf Erden zu errichten,hat stets in einer Hölle geendet." Das ist völliger Quatsch und ganz im Sinne der "Eliten", die nach ihrem eigenen Paradies streben. Lediglich günstige ökonomische Voraussetzungen schaffen noch lange kein "Paradies". Aber sie tragen unter Umständen zu einer positiven ethischen und spirituellen Entwicklung bei.

Neulich hörte ich eine Geschichte von einer Frau aus Portugal. Sie sagte, dass einer der letzten Eindrücke aus der Heimat ein sehr trauriger gewesen sei: Die im offenen Sarg aufgebahrte Leiche einer jungen und bildhübschen Frau, die bei ihrem gewaltsamen Tod hochschwanger war.

Ihr Ehemann hatte sie in flagranti mit einem Liebhaber im eigenen Ehebett erwischt. Der Liebhaber ergriff sofort die Flucht, während der betrogene Ehemann das gemeinsame und völlig verstörte erste Kind zur Großmutter schickte, und dann seine Ehefrau mit einem Küchenmesser erstach.

Solche menschlichen Dramen lassen sich auch nicht bei günstigen und ausgeglichenen ökonomischen Verhältnissen vermeiden - das Paradies ist daher lange noch nicht erreicht.

Aber: Solche Dramen und deren Auswirkungen lassen sich in einer ökonomisch gesunden Gesellschaft lindern und finden dort unter Umständen auch seltener statt.

Wer trägt bei diesem Familiendrama die größte Schuld? Der Ehemann, der Liebhaber oder die Ehefrau?

Alle hatten sich "nicht im Griff" und folgten ihren Leidenschaften. War die Ehefrau unglücklich? Hatte sie aus wirtschaftlichen Gründen einen Mann geheiratet, den sie gar nicht liebte? Oder war es ausschließlich sexuelles Verlangen, das sie dazu brachte, hochschwanger ihren Mann zu betrügen? Hatte der Liebhaber eventuelle Folgen in Erwägung gezogen, war er in sie verliebt oder ging es "nur" um spontane Befriedigung sexueller Begierde? Wurde der Ehemann von unbändigem, mit maßloser Enttäuschung gepaartem Hass übermannt, war es die "Schande", verlorene Ehre und Selbstwertgefühl, das Gefühl von Vernichtung der Familie und totaler Erniedrigung?

Jedenfalls waren Naturkräfte und Schicksalsmächte "am Werk", die unglücklich zusammentrafen, sich jeder Kontrolle entzogen und innerhalb unserer patriarchalisch orientierten Gesellschaft aufgrund der Stellung und Verantwortung des Mannes innerhalb der Familie dazu neigen, dramatisch zu enden. "Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Weib" und "du sollst nicht ehebrechen" ist daher ein Gebot, das nur innerhalb patrizentrischer Gesellschaftsformen entstehen kann, um solche Katastrophen wenigstens dann und wann zu vermeiden.

Der Hauptleidende dieses Dramas ist auf lange Sicht das gemeinsame Kind. Die moralische Schuld aller Beteiligten ist jedoch geringer als beispielsweise jene eines Raubmörders, der aus reiner Habgier berechnend tötet. Im Falle des Familiendramas hätte eine geistige Reflexion auch nur einer Person über die möglichen Folgen ihres triebgesteuerten Handelns die Tragödie verhindern können. Der Vater hätte an die Folgen für das gemeinsame Kind denken können, und das Mitgefühl mit diesem Kind wäre womöglich stärker gewesen als Wut und Enttäuschung. Ähnliches gilt für die anderen Beteiligten. Ein Raubmörder hingegen plant seine Tat in der Regel vorher und führt sie meist kaltblütig und aus reiner Habgier aus.

Habgier ist in annähernd allen Kulturkreisen das niedrigste und verachtenswerteste Motiv. Deshalb wird sie auch ständig kaschiert und getarnt, und alle Kriege sind  mit "Moral" und "Werten" zu rechtfertigen. Dazu gibt es ja "false flag" , Lügen und Propaganda.

Habgier ist mitnichten eine Emotion, sondern gehört dem Geist, dem "Willen zur Macht" an. Im Grunde ist sie eine Krankheit, eine "Anomalie" des Geistes. Begierden und Leidenschaften werden hingegen weit eher verziehen. Ihre Kontrolle innerhalb der Zivilisation ist ebenfalls Sache des Geistes. In diesem Fall steht der Geist aber im Dienste des Lebens. Triebe und Leidenschaften sind zwar "(aus)lebenswert", aber der Schutz bestehenden Lebens steht über ihnen.

Unsere kapitalistische Gesellschaft steht in erster Linie im Dienste der Habgier und des Wuchers (böse!) und eines außer Kontrolle geratenen und nicht dem Leben dienenden Geistes.