Eigentum kann auch nerven:

Zum einen das der anderen, weil es Macht und Zwang ausübt.

Zum anderen aber auch, wenn man in ständiger Angst lebt, es zu verlieren und daher ständig unter dem neurotischen Zwang lebt, es vermehren zu müssen.

Dasselbe gilt für die Macht, die mit Ver-mögen und dem Beherrschen vieler Köpfe ("capitalis"=Den Kopf betreffend) ja unmittelbar zusammenhängt. Denn auch der Zins muss ja letztendlich von anderen erarbeitet werden.

Deshalb ist wahres Eigen-tum eigentlich nur die Zeit,die ich ausschließlich für mich zur Verfügung habe.

Auch "Arbeitszeit" kann eine solche Zeit sein, nämlich dann, wenn die Arbeit nicht dem Leben "gestohlen" werden muss.

Das ist immer dann der Fall, wenn sie Freude macht, Kreativität fordert oder in befriedigender Gemeinschaft stattfinden kann.

Die höchste und lebensbejahendste "Arbeit" ist die bildende Kunst.

Aber selbst Putzen kann Spaß machen, wenn man dabei keinem erheblichen Zeitdruck ausgesetzt wird und sich nebenbei mit KollegInnen unterhalten kann.

Es verstößt jedoch völlig gegen jede "Seinsbestimmung" (Würde-ha,ha) des Menschen, jahrzehntelang zwischen mürrischen Kollegen für einen Mindestlohn arbeiten zu müssen und dabei ständig dieselben Handgriffe zu verrichten, lediglich um Wohnen und Fressen zu dürfen - und dann auch noch bei der Abrechnung ständig beschissen wird. Die paar Stündchen bemerkte vielleicht der Kollege aus dem Irak nicht, dem kürzlich von der Zeitarbeit gekündigt wurde, um ihn unter Umgehung einer gesetzlichen Lohnerhöhung in Bälde wieder neu einzustellen. 

Der deutsche, insbesondere der Akademiker, der gezwungen ist für eine solche Drecksfirma zu arbeiten, fühlt dagegen nur eines: Hass. Und zwar abgrundtief.

Auch deshalb brauchen sie Flüchtlinge.