PecuniaOlet

Personal der BRD-"Meldelücke" wird teuer!

Vor 11 Jahren musste ich das Haus meiner Eltern käuflich erwerben, um es vor der bereits eingeleiteten Zwangsversteigerung zu schützen. Das Finanzamt hatte bereits die private Altersvorsorge meiner (selbstsändigen) Eltern gepfändet, und wollte nun auch an das Haus ran. Da damals noch meine Großmutter väterlicherseits dort wohnte und sie ins Heim abgeschoben hätte werden müssen, wäre das für meine Eltern eine mittlere Katastrophe gewesen.

Ich kaufte also das Haus, und damit begannen die Probleme: Wenige Jahre später wurde ich aufgrund einer Umstrukturierung (durch "McKinsey") des Konzerns, in dem ich arbeitete, mehr oder weniger zur Selbstständigkeit genötigt und leider entsprechend über den Tisch gezogen. Im Zuge langwieriger und  teurer Prozesse kündigte ich und wurde von Seiten des Unternehmens 12 Monate freigestellt. Die zu zahlende Ausgleichsprovision wurde nicht geleistet, um mich zu Zugeständnissen, auf die ich nicht einging, zu nötigen, und ich war gezwungen bei ca. 3500 Euro Fixkosten im Monat (ohne Lebensunterhalt) von meinen Ersparnissen zu leben, bis der Rechtsstreit erledigt war. Das Unternehmen war wohl der Meinung, dass ich dies mit einer 6-köpfigen Familie als Alleinverdiener nicht lange durchhalten würde. Ich kochte jedoch vor Wut, und wollte mich nicht erpressen lassen. Während der Zeit der Freistellung konnte ich  aus rechtlichen Gründen bei keinem anderen Unternehmen arbeiten. Nach neun Monaten ging mir langsam die Puste aus, und ich meldete das Gewerbe auf Anraten meines Steuerberaters ab, um wenigstens einen geringeren Beitrag in der Krankenversicherung  zahlen zu müssen. Daraufhin meldete ich mich zum ersten und letzten Mal arbeitslos. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld war bereits längere Zeit erloschen und Arbeitslosengeld 2 (Hartz4) wurde abgelehnt, da ich das Haus meiner Eltern hätte verwerten müssen. Ich legte dem Amt die Berechnung der Sparkasse über die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung bei "Verwertung" vor, die den Verkauf des Hauses völlig unwirtschaftlich gemacht hätte und lediglich einen unter den Freibeträgen liegenden Gewinn hätte erwarten lassen. Das war dem Amt aber egal. Ich könne ja Widerspruch einlegen. Auf meine Frage, wie ich denn bis dahin meine Familie ernähren solle, zuckten sie mit den Schultern und meinten, ich solle mich eben an Verwandte wenden. Ich bot an, die Leistungen wieder zurückzuzahlen. Als Darlehen.Keine Chance ohne den Klageweg! Wenig später kam ein Bescheid von der Krankenkasse, ich müsse insgesamt 27 000 Euro an Beiträgen nachzahlen, da ihnen Jahre zuvor ein Fehler in der Bilanz aufgefallen wäre, der mein Einkommen und damit die Beiträge rückwirkend erhöht hätte, und dies mit 5 Prozent monatlicher Verzinsung diesen nachzuentrichtenden Betrag ergäbe. Irgendwie hatte ich dann keinen Bock mehr. Ich verkaufte unser eigengenutztes Haus, um meine Eltern nicht auf die Straße setzen zu müssen, und war dann schuldenfreier Eigentümer wenigstens des von meinen Eltern bewohnten Hauses. Wir zogen um, ohne uns allerdings sofort umzumelden und bekamen dann Post vom Bürgerbüro: Nun soll jedes Familienmitglied über 16 Jahre (4) unserer inzwischen 7-köpfigen Familie ein Bußgeld zwischen 100 und 500 Euro  zahlen. Das Landratsamt bearbeitet die Sache gerade. Grund: Eine nicht hinnehmbare "Meldelücke"! Ich liebe den Staat.Immer mehr.