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"Radikale" Parteien

So wichtig es für den Fortbestand einer Gesellschaft ist, dass es innerhalb eines kleinsten gemeinsamen Nenners auch sogenannte "Spinner" und Rebellen gibt, Kritiker, die bestehende "Werte" und Strukturen immer wieder radikal infrage stellen und auch den Bedeutungswandel dieser Werte erkennen und aussprechen, so wichtig sind auch sogenannte "radikale Parteien"- sofern es es Parteien gibt - um den Kuschelkurs und die Konsensfabrik der etablierten, sich gegenseitig Orden um den Hals hängenden und sich lobenden "Parteien" zu stören.

Wenn man diese Parteien dann verbieten will, um die etablierte Deutungshoheit zu schützen und im Sinne des eigenen Machterhaltes zu konservieren, kommt es irgendwann zu einem Stillstand und zu unerträglichem Dogmatismus.

Betrachtet man alleine die Begriffe "Demokratie", "Toleranz", "Rassismus"  und "rechtsradikal", so blieben innerhalb der letzten zwanzig Jahre lediglich die Buchstabenfolgen, sprich die Orthografie gleich. Der Inhalt dieser Begriffe aber unterlag einem enormen Wandel, der vielen nicht auffiel, weil er sich allmählich und schleichend vollzog.

Es gehört mit zu den Praktiken der Herrschenden, das Denken und das gesellschaftliche Bewusstsein auf eine Weise machterhaltend zu beeinflussen, indem man einfach die Begriffe schleichend modifiziert und die Deutungshoheit auf alle Ewigkeit für für sich beansprucht.

Abweichendes Denken zu verbieten, ist nur die letzte Konsequenz.

Die Spannung des Diskurses innerhalb einer Demokratie speist sich aus ihren extremsten Polen. Wer die verbieten will, vermeidet nicht nur Demokratie und Meinungspluralismus, sondern lässt eine Gesellschaft im Sinne der herrschenden Klasse zu brüchigem Stein erstarren.

Berechtigte Kritik wird hier sehr schnell zur "Hetze", wenn sie unangenehm wird und die Macht der Etablierten gefährdet. Auch dieser Begriff unterlag einem enormen Bedeutungswandel. Was früher noch freie Meinungsäußerung war, ist heute oft "Hetze".