2 Milliarden Dollar Tsunami Hilfe in Sri Lanka versickert...

Millions of dollars, collected in the European countries, Canada, the US, Australia and handed over to local NGOs, have not reached the tsunami affected people.

Tsunami aid disappears

Sri Lankan government and international donor community have expressed serious concern over the channelling by local NGOs (=Hilfsorganisationen) of $2 billion funds donated by the international NGOs and people of many countries.

It was reported that only a few hundred dollars had been spent by a few NGOs. Several major international agencies and donors had expressed their concern over the lack of regulatory mechanism to coordinate and regulate the funds brought into the country by NGOs and also to monitor their operations.

They had also pointed out that the United Kingdom, United States, India and several other countries have effective regulatory mechanism with regard to the financing and operations of the NGOs.

In view of this, Sri Lanka had introduced measures on February 7, to streamline the operations of local and international NGOs.

As a result, some NGOs and their local agents have begun a malicious campaign against the government through media and e-mails to stifle the inflow of funds meant for the benefit of the disaster-affected people.

The Government, rejecting this vicious campaign, said that all funds handed over to the government are subjected to strict accounting and auditing.

It pointed out that all funds donated in the form of cash, had been deposited into two accounts maintained by the President's office. Initially, all the monies were credited to two accounts, one in the People's Bank and other in the Central Bank. However, since January 18, all monies had been transferred to a single account with the Central Bank's National Fund for Disaster Relief.

The only other account is maintained by the Prime Minister's office.

The details of these accounts, giving names of donors with the amount are regularly submitted to the Cabinet and published in the media. An update is published fortnightly.


Quelle: Sunday Observer, die größte Sonntagszeitung Sri Lankas vom 20.2.2005
http://www.sundayobserver.lk/2005/02/20/new03.html


MEINE ERFAHRUGEN IN SRI LANKA
und wie ich höre, sieht es in anderen Ländern ähnlich aus...:

Ich bin gerade in Sri Lanka - immerhin sind nach über acht Wochen die ersten Bagger eingetroffen - im Südwesten Sri Lankas.

Der Artikel vertritt die These, dass das Geld besser bei der Regierung aufgehoben sei, anstatt es durch irgendwelche nicht kontrollierbaren Hilfsorganisationen (=NGOs)zu verteilen, weil diese das Geld offenbar in die eigene Tasche stecken.

Doch auch bei der Regierung läuft nicht alles einwandfrei. Auch dort soll viel Geld in dunklen Kanälen versickern. Das hört man jedenfalls hier in Sri Lanka.


Ich habe hier viele Menschen kennengelernt, die von den Tsunami Geldern profitieren, obwohl sie nicht betroffen sind. Manche starke Hände haben mittlerweile Reis bis unters Dach gehortet (mit eigenen Augen gesehen) obwohl sie nix verloren haben - nur weil irgendwelche Spendenorganisationen wie wild die weißen Körner säckeweise verteilten. Die haben dann wahrscheinlich heldenhaft nach Deutschland gemeldet, was sie hier alles geleistet haben. Das hier aber niemand wirklich Reis braucht, weil eigentlich keiner hungert, davon ist in den Medien natürlich nix zu sehen. Verkauft sich aber trotzdem gut. Irgendwelche 3. Weltler, die, wenn man ihnen Reissäcke zuwirft, aus den Büschen springen und hastig die Säcke nachhause tragen....

Wie immer ging die Hilfe an jenen vorüber, die zu schwach sind, sich zu melden.

Gutes zu tun ist wirklich schwierig. Manchmal ist es wohl auch besser, es ganz zu lassen.

Manche Hilfesleistungen kann man hier auch für viel Geld mieten: z.B. die Bagger aus den USA. Eigentlich sollten sie gratis sein. Doch die lokale Organisation hat es abseits der großen Zentren, dort wo keine Medien stehen, geschafft, diese Leistungen gegen Geld zu vermieten. 2 Stunden Bagger, angeblichs sponsered bei USaid (dicke Schilder auf den Caterpillars) für 50 Euro. Das können sich natürlich nur die Reichen leisten. Das System ist perfekt. Und keiner traut sich was zu sagen, aus Angst vor Repressionen.

Die Liste kann endlos fortgesetzt werden. Es ist wirklich zum verzweifeln. Jedenfalls kann ich wirklich niemanden, der sich durch eine Spende die Last zum Helfen wollen, oder um sein Gewissen zu erleichtern, was "getan" zu haben - keinem Spender könnte ich diese Erleichterung vermittlen. Im Gegenteil.

Ich kenne allein zahllose Menschen hier, die vehement von den Spendengeldern profitieren, ohne dass sie einen einzigen Tropfen abbekommen haben.

Das läuft so ab: Du gehst zum Ortsvorsteher, erzählst ihm irgendwas, kriegst dann eine Bestätigung, dass du Tsunamibetroffener bist und erhälst ab sofort 50 Euro Unterstützung im Monat. (ist hier fast ein Monatslohn) - was das für die soziale Struktur der Menschen bedeutet, brauche ich wohl kaum zu erwähnen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass sogar unser Koch, der unversehrt aus der Katastrophe hervorgegangen ist, davon profitiert. Wie alle anderen auch. Die Menschen hier verstehen es genau so gut wie in Deutschland, soziale Systeme auszunehmen. Nur dass es hier noch weniger Kontrollen gibt und die Regierung hier (genauso wie bei uns nach der Wiedervereinigung) mithilfe der Tsunamispendengelder Wählerstimmen kauft. Einen Antragsteller abzulehnen - dass hab ich hier noch nicht erlebt.

Dagegen gibt es in vielen kleinen Dörfern zahllose Menschen, die alles verloren haben und bis jetzt noch nicht einen Cent sahen. Es sieht nicht danach aus, als wenn sich was daran ändern würde.

Das ganze wird noch gekrönt von handfesten Skandalen, hier nachlesbar in der Presse, wo Geld, das lokalen Hilfsorganisation ausgehändigt wurde, in die eigene Tasche wanderte. Das System ist einfach: Ich kaufe einen Sack Reis, lasse mir aber eine Quittung über 10 Säcke ausstellen. Dieses Spiel mach hier jeder mit. Ist überhaupt kein Problem. Und die Bilanz später sieht sauber aus... und der Spender in Europa hat das angenehme Gefühl, was getan zu haben.

Dazu kann ich nur sagen: Träumt weiter...

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