US-FINANZPROFI WARNT - "Wir sind in den letzten Stadien eines finanziellen Schneeballsystems

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Mit gigantischem Gelddrucken haben die weltweiten Notenbanken in den vergangenen Jahren die Schuldensause am Laufen gehalten. Der US-Buchautor und Finanzprofi Michael Lewitt kritisiert das scharf. Er zeigt den einzigen Ausweg aus der Krise auf und wie Anleger in dem Umfeld investieren sollten.

„Sie (Notenbanker und Politiker) haben versucht die Schuldenkrise durch das Drucken von Billionen Dollar an neuen Schulden zu lösen“, sagte Michael Lewitt. „Zusätzlich zu den Schulden haben sie den Unternehmen hunderte von Mrd. an regulatorischen Kosten aufgebürdet und irgendwie erwarten sie (Notenbanker und Politiker), dass die Wirtschaft trotz dieser Belastungen wächst.“ Die Maßnahmen würden aber das Wirtschaftswachstum dämpfen, weshalb die Weltwirtschaft auf dem Weg in die nächste Krise sei. Lewitt ist seit 25 Jahren in der Investmentbranche tätig und war in vielen Bereichen tätig, von herkömmlichen Fonds bis zu Hedgefonds. Seit 2001 schreibt er den renomierten Börsenbrief „The Credit Strategist“ und sagte die 2008er-Schuldenkrise rechtzeitig voraus. Für Aufsehen sorgte Lewitt nicht zuletzt mit seinem Buch „The Committee to Destroy the World“ (Das Komitee zur Zerstörung der Welt). Darin zeigt er auf, dass durch die gewaltige Schuldensause seit der 2008er-Schuldenkrise die Weltwirtschaft noch viel instabiler sei als zuvor und dass das zu enormen Problemen führen werde. Im Oktober 2012 gründete der Finanzprofi das Investmenthaus The Credit Strategy Group.

Riesiger Derivatebestand ist ein erhebliches Risiko

Das Problem sei, dass viele der Schulden nicht etwa in produktive Anlagen – sprich Investitionen – geflossen seien, sondern hauptsächlich in Aktienrückkäufe. Wenngleich die Verantwortlichen das Problem erkannt hätten, hätten sie nicht den Willen etwas zu ändern. „Niedrigzinsen übertünchen eine Menge (der Probleme), aber irgendwann muss man die Schulden zurückzahlen.“ Wenn die Schulden irgendwann fällig würden, müssten die Unternehmen sie zurückzahlen und weil sie das nicht könnten, werde es zu massiven Zahlungsausfällen kommen. Lewitt kritisiert die US-Notenbank scharf. Sie hätte spätestens im Jahr 2014 die Zinsen anheben müssen, die Fed hätte stattdessen aber mit Krisenpolitik – sprich Nullzinsen – weitergemacht und damit die Zinsen viel zu lange viel zu niedrig gehalten. Sorgen bereiten Lewitt vor allem der weltweite Derivatebestand von mehreren hundert Mrd. Dollar. Wenn eine der Banken in Schwierigkeiten gerate, und damit ihren Zahlungsverpflichtungen aus den Derivaten nicht mehr nachkommen könne, werde der Sektor insgesamt ein großes Problem haben. „Es ist eine riesige Gänseblümchenkette. Die Probleme mit den Derivaten sind nicht gelöst worden. Es gibt weltweit 200 Billionen Dollar an Schulden und die Weltwirtschaft wird keineswegs in der Lage sein, das Geld zu erwirtschaften, um die Schulden zu bedienen.“

Kräftige Abwertung des Dollar droht

„Wir leihen uns einfach frisches Geld um alte Schulden zurückzuzahlen“, sagte Lewitt. „Wir sind in den letzten Stadien eines finanziellen Schneeballsystems.“ Das werde nicht gut ausgehen. Irgendwann müssten die Leute mit richtigem Geld ihre Schulden zurückzahlen. Im Falle der USA bedeutet das die kräftige Abwertung des Dollar, um durch Inflation und Währungsabwertung die Schulden zu zahlen. Das seien die einzigen Möglichkeiten. „Wir sollten die Leute entmutigen, Schulden zu machen. Wir sollten Eigenkapital fördern, wir sollten produktive Investitionen fördern.“ Um das zu tun, müssten die Steuergesetze geändert werden, denn sie würden die Schuldenaufnahme fördern. Gleichzeitig müsse das Schuldenwachstum gebremst und das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. Um das zu erreichen, müssten – neben der Änderung der Steuergesetze – die Regulierung zurückgefahren werden und der Staat zugunsten der Privatwirtschaft zurückgedrängt werden.

Für Anleger bedeute das, aus Anleihen auszusteigen, etwas Gold zu besitzen, keine Angst davor zu haben, Bargeld zu besitzen und mit Aktien sehr vorsichtig zu sein. „Jetzt ist nicht die Zeit, um ein Held zu sein. Jetzt ist die Zeit, um sich Gedanken über den Erhalt des Kapitals zu machen“, so Lewitt.

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