Mahnwache für Raif Badawi - In Saudi-Arabien inhaftierte Blogger und Journalisten freilassen




Einen Tag vor dem Jahrestag der Auspeitschung von Raif Badawi rufen Reporter ohne Grenzen und Amnesty International zu einer Mahnwache für den inhaftierten saudi-arabischen Blogger auf:

am Freitag, 8. Januar 2016 um 13.00 Uhr
vor der Botschaft des Königreichs Saudi Arabien
Tiergartenstraße 33, 10785 Berlin

mit Redebeiträgen von ROG-Vorstandssprecher Dr. Michael Rediske
und AI-Nahost-Expertin Ruth Jüttner.

Badawi erhielt am 9. Januar in aller Öffentlichkeit die ersten 50 von insgesamt 1.000 Stockschlägen. Seitdem wurden die Schläge nicht weiter vollstreckt. Doch mittlerweile hat das höchste saudi-arabische Gericht das drakonische Urteil gegen Raif Badawi bestätigt, um Anfang Dezember wurde er in ein entlegenes Gefängnis verlegt. Deshalb kann die grausame Bestrafung jederzeit fortgesetzt werden.

Dies ist nur ein Teil der gnadenlosen Strafe, zu der Raif Badawi am 7. Mai 2014 wegen der Gründung einer Webseite und "Beleidigung des Islams" verurteilt wurde. Mit zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe von über 226.000 Euro und einem 10-jährigen Reise- und Medienverbot wäre das Leben des 31-Jährigen zerstört. Seine Frau lebt nach einer Flucht mit den drei kleinen Kindern in Kanada

REGIERUNGSKRITIKER LEBEN IN SAUDI-ARABIEN GEFÄHRLICH

Diese brutale Bestrafung eines jungen Mannes, der lediglich sein Recht auf Meinungsfreiheit wahrgenommen hat, ist nicht hinnehmbar. Saudi-Arabien verstößt mit dieser Strafe gegen das völkerrechtliche Verbot von Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung. Regierungskritiker und friedliche Reformer leben in Saudi-Arabien gefährlich und zahlen oft einen hohen Preis für ihr mutiges Einstehen für Freiheit und Menschenrechte. Seit Jahren erstickt die Regierung jegliche Kritik Andersdenkender.

So bestätigte im Februar 2015 ein Berufungsgericht das Urteil gegen den Anwalt Waleed Abu al-Khair, Raif Badawis Rechtsbeistand und Schwager. Er muss für 15 Jahre ins Gefängnis, weil er im Jahr 2008 die Menschenrechtsorganisation "Monitor of Human Rights in Saudi Arabia" gründete, um Menschenrechtsverletzungen zu dokumentierten. Zudem verteidigte er zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten vor Gericht und kritisierte in sozialen Medien und Interviews die saudischen Behörden. Wie viele andere Gefangene ist auch Waleed Abu al-Khair in der Haft gefoltert und misshandelt worden.

Schon seit Langem fordern Reporter ohne Grenzen und Amnesty International die Freilassung von Raif Badawi, unter anderem mit Protestaktionenen vor der saudi-arabischen Botschaft. Jetzt gehen die Proteste weiter, also kommt am Freitag vorbei und fordert mit ROG und Amnesty International ein Ende der grausamen Bestrafung von Raif und die Freilassung aller friedlichen Aktivistinnen und Aktivisten wie Raif und Waleed.