PecuniaOlet

"Nächstenliebe" als Waffe

Obwohl mich das Thema "Flüchtlingskrise" allmählich zu langweilen beginnt, weil eigentlich schon alles gesagt wurde, was es dazu zu sagen gibt, ist mir dennoch eines als besonders geschmacklos aufgefallen, speziell sei hier auf einen Beitrag von Roland Nelles, Mitglied der Chefredaktion bei SPON, hingewiesen: Er schreibt in seinem Kommentar "Die wahre Angela M.", dass es bei aller "Unschärfe" in Merkels Politik doch gewisse Bereiche ,wie zum Beispiel das Thema "Klimaschutz" und "Flüchtlinge" gäbe, bezüglich derer sie stets eine klare Linie gezeigt habe, und in denen auch -im Gegensatz zu etwa dem "krachledernen Konservatismus der Bayern", bei welchem"die Nächstenliebe am nächsten Gartenzaun ende", die "mitfühlende Pastorentochter" zutage käme.

Nun ist es ja so, dass im Evangelium auch geschrieben steht, man solle auch die linke Backe hinhalten, wenn jemand auf die rechte schlägt, oder umgekehrt, und sich auch die Hand abhacken oder das entsprechende Auge herausreißen, bevor es einen zur Sünde verführe. Ebenfalls soll man seine Feinde lieben, und noch einiges andere tun oder lassen. Im Alten Testament hingegen steht bisweilen genau das Gegenteil, beides gehört zur heiligen Schrift der Christenheit. Es steht dort auch geschrieben, dass man nicht zwei Herren dienen kann, Gott und dem Mammon. Man soll auch "dem Kaiser des Kaisers" und "Gott Gottes" geben. "Des Kaisers" ist das weltliche Recht, das andere ist die Gerechtigkeit Gottes. Beides sind zwei paar Stiefel, und deshalb sind aus gutem Grund Staat und Religion getrennt. Wenn ein Politiker beginnt, seine Politik an "Nächstenliebe" auszurichten und nicht am Recht, so sollte er über ein Ende seiner Karriere nachdenken, und entweder ins Kloster oder in die Psychiatrie gehen.

Aber das ist auch gar nicht das Problem. Zumindest nicht beim deutschen "Pastoren- und Pastorentochtergespann". Denn sowohl Gauck als auch Merkel verdrängen ihren Hang zur Nächsten- und Feindesliebe sehr, wenn es um den Sturz rechtmäßig gewählter Staatspräsidenten, um menschenverachtende Kriege im Nahen Osten und -insbesondere bei Merkel - um den eigenen Machterhalt geht. Der deutsche Staat wendet zudem auch intern knallhart das Recht an, wenn es Belangen der eigenen Bürger entgegensteht; hier werden schon mal Familien auf die Straße gesetzt, wenn Steuern nicht gezahlt werden oder Enteignung bei Hartz4 droht. Ohne Ausnahme, ohne Rücksicht auf die persönliche Situation, ohne Gnade,ohne Nächstenliebe.

Geht es hingegen darum, Befehle und Anliegen der "Besatzer" oder irgendwelcher Lobbyisten gehorsamst und untertänigst auszuführen und deren Interessen entgegen zu kommen, wird gerne auch mal Recht gebrochen und durch das "Gesetz" der Moral und Nächstenliebe gerechtfertigt.

Der Kommentar des SPON dazu ist bestenfalls geschmacklos. Zudem wird dort von "dumpfer Xenophobie" der Kritiker gespochen. An Ihrer Stelle, Herr Nelles, fürchtete ich eher "Gelotophobie"!